Syrischer Bürgerkrieg
Regierung und IS sollen Chemiewaffen eingesetzt haben

Internationale Aufseher beschuldigen die syrische Regierung und den IS, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Das geht aus einem OPCW-Beschluss hervor, über den am Freitag hinter verschlossenen Türen abgestimmt wurde.

MoskauInternationale Aufseher werfen der syrischen Regierung und der radikalislamischen IS-Miliz den Einsatz verbotener Chemiewaffen vor. Das geht aus einem Beschluss hervor, den am Freitag nach Angaben eines Insiders etwa zwei Drittel der 41 Mitglieder der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hinter verschlossenen Türen per Abstimmung annahmen.

Neben den USA zählten dazu Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Zurückgewiesen wurde der Beschluss von den beiden wichtigsten Unterstützern der syrischen Regierung, Russland und Iran, sowie China und Sudan. Neun OPCW-Mitglieder enthielten sich.

Eine gemeinsame Untersuchung der OPCW und der Vereinten Nationen hat ergeben, dass auf das Konto der syrischen Regierung drei Giftangriffe im März und April 2015 gingen. Kämpfer des Islamischen Staats (IS) setzten demnach Senfgas ein. Das russische Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, es habe Hinweise, dass syrische Rebellen in Aleppo Chemiewaffen eingesetzt hätten.

Spezialisten des Verteidigungsministeriums in Moskau hatten in einem bis vor kurzem von den Rebellen kontrollierten Stadtteil „nicht explodierte Artillerie-Munition“ entdeckt, in der „giftige Substanzen“ enthalten seien, hieß es in der am Freitag von der Nachrichtenagentur Interfax verbreiteten Erklärung. Eine erste Untersuchung habe ergeben, dass es sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit um Chlorgas und weißen Phosphor“ handle.

Die toxische Munition wurde den russischen Angaben zufolge in der sogenannten Zone 1070 im Südwesten Aleppos gefunden. Das Verteidigungsministerium in Moskau kündigte an, dass die Untersuchung der Substanzen in Zusammenarbeit mit der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) fortgesetzt werden solle. In den staatlichen syrischen Medien wurde den Aufständischen bereits Ende Oktober der Einsatz von Giftgas angelastet. Im Westen Aleppos seien Soldaten und Zivilisten nach Beschuss aus den aufständischen Vierteln erstickt, hieß es in den Medienberichten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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