Systematiscche Vertreibungen
Im Sudan könnte militärisches Eingreifen nötig werden

Um systematische Vertreibungen im Esten des Sudan zu stoppen, könnte nach Einschätzung von Uno-Generalsekretär Kofi Annan ein miltärisches Eingreifen des Auslands nötig werden.

HB GENF. Annan sagte am Mittwoch in Genf, Helfern und Menschenrechtsorganisationen müsse der freie Zugang zu der Konfliktregion Darfur ermöglicht werden, um Hilfe für hunderttausende Vertriebene zu organisieren. „Sie müssen zu den Opfern gelangen“, sagte Annan. „Wenn das verweigert wird, muss die internationale Gemeinschaft darauf vorbereitet sein, schnell und angemessen zu handeln. Darunter verstehe ich in derlei Situationen eine Abfolge von Schritten, die einen militärischen Eingriff einschließen könnten.“ Die sudanesische Regierung teilte mit, ein militärisches Eingreifen sei nicht nötig. Das Land brauche aber Hilfsgüter.

„Die internationale Gemeinschaft kann nicht tatenlos zuschauen“, sagte Annan beim Jahrestreffen der Uno-Menschenrechtskommission anlässlich des zehnten Jahrestages des Völkermords in Ruanda, bei dem 800 000 Menschen getötet wurden. Annan kritisierte dabei auch den fehlenden Willen der Uno-Mitgliedsstaaten, gegen Völkermord einzuschreiten. „Das Risiko eines Genozids bleibt in beängstigender Weise real.“

Die Vereinten Nationen (Uno) und Hilfsorganisationen sehen eine drohende Katastrophe für die Zivilbevölkerung in Darfur, wo der Konflikt nach Schätzungen der UN rund eine Million Menschen betrifft. Nach Uno-Angaben sind arabische Milizen dabei, Afrikaner systematisch aus der Region vertreiben. Die sudanesische Regierung habe bislang nur wenig getan, um dies zu unterbinden.

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