Täter weiter unklar
Spanien trauert um Opfer der Anschläge

In Spanien haben am Freitag mehr als acht Millionen Menschen um die mindestens 198 Todesopfer getrauert, die bei der für das Land beispiellosen Anschlagsserie auf Madrider Pendlerzüge getötet worden waren. Den Ermittlern fehlte weiter ein klarer Hinweis darauf, ob die Täter den baskischen Separatisten oder der radikal-islamischen El-Kaida-Organisation zuzurechnen sind.

HB MADRID. Auch der Ausgang der Parlamentswahl am Sonntag dürfte maßgeblich davon beeinflusst werden, wer die Anschläge verübte. Trägt die baskische ETA die Verantwortung, dürfte dies der konservativen PP von Ministerpräsident Jose Maria Aznar nutzen, die einen harten Kurs gegen die ETA verfolgt. Verübte allerdings El Kaida die Anschläge, könnte dies die Kritik an Aznars Politik verstärken, der an der Seite der USA den Irak-Krieg befürwortet hat. Die Ermittlungen würden mit aller Kraft voran getrieben, sagte Aznar. „Nichts würde mir mehr gefallen als zu sagen: „Dies sind die Mörder' und sie der Justiz zu überantworten.“

Trotz eines Bekennerschreibens, das von einer der El Kaida nahe stehenden Gruppe stammen soll, ging die spanische Regierung weiter von einer Tat der ETA aus. Aznar bekräftigte jedoch, dass in alle Richtungen ermittelt werde. An den Finanzmärkten herrschte Furcht, die El Kaida habe ihre Drohung mit weiteren Anschläge wahr gemacht. Die europäischen Aktienmärkte fielen zeitweise auf ein Fünf-Wochen-Tief. Die USA warnten zudem vor der anhaltenden Gefahr schwerer Anschläge.

Schon zur Mittagsstunde hielten in ganz Spanien Menschen in tiefer Trauer inne, um der Toten zu gedenken. Auf dem Boulevard Paseo de la Castellana in der Madrider Innenstadt stoppten alle Wagen, und die Fahrer stiegen aus, um sich an der Schweigeminute zu beteiligen. Rundfunksender unterbrachen ihr Programm. An vielen Häusern flatterten spanische Fahnen und schwarze Trauerbänder. Mitarbeiter der Klinik Gregorio Maranon, in der zahlreiche Verletzte behandelt werden, versammelte sich auf der Außentreppe des Gebäudes vor einer spanischen Flagge. Das Gedenken dauerte mancherorts bis zu 15 Minuten. Aus Protest gegen die Bombenanschläge sind am Freitagabend zudem mehr als acht Millionen Menschen in ganz Spanien auf die Straße gegangen.

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