Täterin aus Dschenin reißt 19 Menschen mit in den Tod
Dschihad bekennt sich zu Anschlag

Eine 29-jährige Frau aus Dschenin habe den Selbstmordanschlag von Haifa verübt, bei dem Sie selbst und 19 weitere Menschen wurden getötet. Israel hat unterdessen Vergeltung angekündigt.

HB GAZA. Die militante Palästinensergruppe Islamischer Dschihad hat sich offiziell zu einem Selbstmordanschlag bekannt, bei dem am Samstagnachmittag in der nordisraelischen Stadt Haifa mindestens 19 Israelis und die Attentäterin getötet wurden. Unter den Toten sind nach bisherigen Erkenntnissen auch drei Kinder.

In einer in Gaza verbreiteten Erklärung des bewaffneten Arms des Dschihad hieß es, die Täterin sei eine 29-jährige Rechtsanwältin aus Dschenin gewesen, deren Bruder und Cousin vor fünf Monaten von israelischen Soldaten getötet worden seien. Dschihad bezeichnete die Tat als „heroische Märtyrer-Operation“. Der Anschlag ist inzwischen auch von Palästinenserpräsident Jassir Arafat scharf verurteilt worden.

Anschlag am Feiertag Jom-Kippur

Die Attentäterin drang nach Berichten der Polizei in das Restaurant Maxim ein, in dem zahlreiche Menschen das Jom-Kippur-Fest feierten. Dort habe Sie sich in die Luft gesprengt. Das Lokal in der Nähe eines Strandes wurde durch die Wucht der Explosion völlig verwüstet. Unter den Verletzten sind auch Mitglieder des Fußballvereins Maccabi Haifa. Die Spieler treffen sich jeden Samstag in dem Restaurant, das von Juden und Arabern betrieben wird.

Die Armee hatte aus Furcht vor Anschlägen anlässlich des Feiertages die Autonomiegebiete vollständig abgeriegelt. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon machte die Autonomiebehörde für den Anschlag verantwortlich. Es handelt sich um den ersten Selbstmordanschlag seit dem 9. September. Damals waren bei zwei Attentaten innerhalb von fünf Stunden in Tel Aviv und Haifa 15 Israelis getötet worden.

Arafats Ausweisung gefordert

Der israelische Gesundheitsminister Dany Naveh forderte nach dem Anschlag die sofortige Ausweisung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Jedem sie klar, dass Arafat das Haupthindernis auf dem Weg zum Frieden sei, sagte Naveh. Man müsse diese Entscheidung nun treffen. Scharon berief das Kabinett zu einer Sondersitzung ein.

Generalstabschef Mosche Jaalon kündigte Vergeltung an

Der designierte palästinensische Kabinettspräsident Ahmed Kureia verurteilte die Tat als «gemeinen Anschlag». Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat appellierte an das Nahostquartett, Israel von Vergeltungsmaßnahmen abzuhalten.

In einem Flüchtlingslager in Tulkarem im nördlichen Westjordanland wurde am Samstag ein Mitglied der El-Aksa-Brigaden, dem militärischen Arm von Arafats Fatah-Bewegung, von israelischen Soldaten erschossen. Nach palästinensischen Angaben wurde auch ein neunjähriger Junge getötet.

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