„Tag der Whistleblower“
Verfolgt, verloren, verlassen

Washington hat den inoffiziellen „National Whistleblower Day“ gefeiert. Sie werden in den USA nicht geschützt – obwohl es Schutzgesetze gibt für Männer und Frauen, die Ungerechtigkeit, Korruption oder Betrug aufdecken.
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San FranciscoDer Schutz, der keiner ist: Sie werden verfolgt, verurteilt, gefeuert und ruiniert. „Whistleblower“ in US-Behörden können trotz entsprechender Gesetze nicht mit Schutz und Anerkennung in den eigenen Reihen rechnen, wenn sie Unrecht aufdecken. Dabei werden sie von Bürgerrechtlern als die „fünfte Macht im Staate“ bezeichnet, und schon die Gründungsväter der USA hatten von ihnen profitiert.

Dafür hat sich Thomas Drake extra einen Tag frei genommen. An diesem Donnerstag wurde in Washington der inoffizielle Gedenktag „National Whistleblower Day“ gefeiert. Der Tag für die Männer und Frauen, die den Mut aufbringen den Mund gegen Ungerechtigkeit, Korruption oder Betrug aufzumachen.

Doch für Drake hat es eher einen ironischen Beigeschmack: „Ich bin immer noch dabei, mein Leben wieder aufzubauen“, sagte er anlässlich eines Symposiums in Washington vor rund 200 Zuhörern beim „Whistleblower Summit“. Einst war er ein gut bezahlter staatlicher Angestellter mit Verbindungen in höchste Kreise – er war Mitarbeiter der allmächtigen NSA. Heute ist er bankrott und arbeitet in einem Apple Store als Verkäufer.

Apple hat ihn nicht abgewiesen, so wie viele andere. Sein Fall war 2010 so etwas wie ein Vorzeige-Prozess, andere nennen es Schauprozess, um zu zeigen was passiert, wenn man dunkle Staatsgeheimnisse ans Tageslicht zerrt. Er hatte gegenüber einem Reporter von illegalen Abhörpraktiken der NSA erzählt.

Drake gehörte zu denen, die lange vor Edward Snowden die teilweise verfassungswidrige Allmacht der Sicherheitsbehörde angeprangert haben. Was folgte, war eine systematische Vernichtung seines Lebens, wie er sagt. „Ich bin persona non grata. Niemand lädt mich mehr ein, niemand gibt mir einen Job auch nur irgendwie indirekt zur Regierungsnähe und wer sonst Whistleblower verteidigt, schweigt in meinem Fall lieber“, zitiert ihn die Webseite www.govexec.com.

„Wer im nationalen Sicherheitsbereich die Wahrheit über Macht und Missstände ausspricht, der muss mit gravierenden Konsequenzen rechnen und zahlt einen hohen Preis.“ Er selbst wurde in zehn Punkten angeklagt, die ihm 35 Jahre Gefängnis hätten einbringen können. Am Ende wurden praktisch alle Anklagepunkte fallengelassen und er arbeitete ein paar Stunden gemeinnütziger Arbeit ab. Aber sein Leben und die Familie waren zerstört, das Haus verloren und die Anwaltskosten hatten ihn ruiniert.

Das Schicksal Drakes nennt der wohl berühmteste Whistleblower, Edward Snowden, jetzt im Asyl in Russland, als einen Grund, warum er nicht mit seinen Enthüllungen zu offiziellen Stellen gegangen ist. Er habe das Schicksal Drakes studiert, sagte Snowden in einem Interview, bevor er entschied, wie er den NSA-Spionageskandal aufdecken sollte. Er wählte die Medien, nachdem er intern nicht gehört worden sei. Die NSA bestreitet, dass Snowden vor dem Gang an die Öffentlichkeit intern über Missstände berichtet hatte.

Kommentare zu " „Tag der Whistleblower“: Verfolgt, verloren, verlassen"

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  • DAs ist die wahrlich Schande Dueuschlands....

    da hört man auch nichts von den ANti putin schreiern der EU....
    dabei hat man mit Snwoden dem "Bösen Putin" doch n schönes mittel an die hand gegeben sich als gegenpol zum Westen zu gebärden

    aber da kommt von den Schoßhündchen Washingtons null.... wie erbärmlich.....

    nebenbei sind traurigerweise noch soviele "Allierte Vorbehaltsrechte" in der BRD geltendes Recht, so daß wenn Snwoden in Deutschland wäre wir ihn garnicht effektiv schützen könnten.....

    erwähnen unsere medien auch ungern... das wir faktisch, wenn es hart auf hart so souverän sind wie Puerto Rico oder Hawaii..

    daher ist das gekeife richtung Russland unserer und der EU politker doppelt hohl.

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