Tagebuch eines syrischen Journalisten, Teil 5
Der Traum vom Frieden inmitten des Terrors

Wie aus der Zeit gefallen: Friedensnobelpreisträger treffen Friedensnobelpreisträger. Der syrische Journalist Yahya Alaous war dabei und versucht, weiter an Frieden zu glauben. Doch der Terror überschattete das Treffen.

BarcelonaYahya Alaous ist syrischer Journalist und derzeit Mitarbeiter in der Berliner Handelsblatt-Redaktion. Wieso er sich eine neue Wohnung nur unter der Hand besorgen konnte und warum viele Syrer Kanzlerin Angela Merkel als Volksheldin verehren, lesen Sie ab sofort in einer Kolumne. Heute: Teil 5.

Es ist natürlich großartig, an einer Konferenz zusammen mit den Dokumentarfilm-Ikonen wie Lech Walesa, Frederik Willem de Klerk, Michail Gorbatschow und dem Dalai Lama teilzunehmen, wobei die letzteren beiden leider doch nicht nach Barcelona zum 15. Kongress der Friedensnobelpreisträger kommen konnten.

Eine schöne Veranstaltung in einer schrecklichen Weltlage: Im Nahen Osten wüten Kriege, die Ukraine und viele Länder Afrikas sind instabil, abertausende Menschen sind auf der Flucht und klopfen an die Pforten Europas – dazu kommen die terroristische Bedrohung und die Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt.

Friedensnobelpreisträger sind besondere Menschen. Sie versuchen, die Welt zu verändern, dabei weiß jeder, das sie es alleine nicht sind, die Frieden schaffen werden. Aber sie geben uns die Idee, dass kleine, hoffnungsvolle Veränderungen möglich sind. Sie erinnern uns daran, dass Hoffnung noch möglich ist.

Während der drei Tage dauernden Veranstaltung wurden die noblen Menschen nicht müde, die Teilnehmer daran zu erinnern, dass wir uns eine Welt ohne Gewalt, ohne Kriege, und ohne Diskriminierung vorstellen sollen. Es waren immer ähnliche Inhalte, die leicht variiert dargestellt wurden.

Ich versuchte also, so sehr ich konnte, mir eine friedvolle Welt vorzustellen – aber mit der ganzen Gewalt in meiner Heimat Syrien und in den anderen Regionen der Welt und der Angst, dass das kommende Jahr noch gewaltvoller wird, konnte ich das nicht. Es fühlte sich an, als ob ich von der Realität getrennt wäre.

„Advocationg for Refugees“ was das Motto der Konferenz, dazu standen noch Globalisierung und Klimawandel auf dem Plan. Es gab nützliche Debatten, erfahrene Menschen mit guten Absichten, das Ganze in einer Atmosphäre des echten Dialoges – nur ein wichtiges Instrument hat gefehlt: die Möglichkeit, all die schönen Worte zu realisieren.

Seite 1:

Der Traum vom Frieden inmitten des Terrors

Seite 2:

Menschen sollen die Hoffnung auf Frieden nicht verlieren

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%