Taifun-Katastrophe

Bilder, die bewegen

Im Juni die Flut, jetzt der Taifun: Beide Katastrophen haben eine enorme Hilfsbereitschaft ausgelöst. Das Spendenvolumen der Deutschen wird 2013 so hoch sein wie nie. Auch andere Länder bewegt das Leid der Philippinen.
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Das Chaos nach dem Taifun
Typhoon Haiyan aftermath in the Philippines
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Eine Mutter streichelt ihr krankes, gerettetes Baby an Bord eines Militärhubschraubers in der vom Super-Taifun verwüsteten Stadt Guiua. Bei dem heftigen Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen sollen laut Schätzungen rund 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein.

Typhoon Haiyan aftermath in the Philippines
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Auf den Sturm folgt das Chaos. Philippinische Kinder stehen in den Trümmern der Häuser in der vom Taifun verwüsteten Stadt Hernani und warten auf Hilfe. Selbst die Fahne hat Schaden genommen. Etliche Häuser wurden auf den Philippinen zerstört.

huGO-BildID: 33758399 Survivors stay beside a ship that was washed ashore hitting makeshift houses near an oil depot in Tacloban city, Leyte province
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Überlebende arbeiten sich in einem Hafen durch die Trümmerberge. Ein riesiges Frachtschiff ist an Land gespült worden.

Devastated houses float on sea water after super typhoon Haiyan hit Tacloban
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Zerstörte Häuserteile schwimmen im Meerwasser durch die Stadt Tacloban.

Typhoon Haiyan aftermath in the Philippines
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Aus der Luft wird das ganze Ausmaß der Zerstörung deutlich. Die Stadt Guiuan ist besonders schwer betroffen.

A boy fills up a plastic bottle with water after super typhoon Haiyan hit Tacloban
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Jeder nimmt, was er kriegen kann: Ein kleiner Junge lässt eine große Plastikflasche mit Wasser befüllen. Viele Menschen haben bei dem Taifun ihr Hab und Gut verloren und sind nun auf Hilfe angewiesen.

Residents cover their noses as they walk past devastated houses after super typhoon Haiyan hit Tacloban
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In den Städten stinkt's: Die Leichen unter den Trümmern beginnen, zu verwesen. Einwohner decken deshalb ihre Nasen zu, während sie durch die zerstörten Straßen der Stadt Tacloban gehen.

Düsseldorf/Rom/Bern/ParisLandstriche plattgewalzt, Leichen am Straßenrand, Gesichter gezeichnet von Ungläubigkeit und Verzweiflung. Zerstörung und Leid hat Taifun „Haiyan“ den Philippinen beschert, die Bilder erschüttern die Menschen weltweit. Die Vereinten Nationen bitten für die Versorgung der Überlebenden um finanzielle Hilfen in dreistelliger Millionenhöhe. In Manila veröffentlichten sie einen Spendenaufruf an ihre 193 Mitgliedsländer in Höhe von 297 US-Dollar (222 Millionen Euro).

„Es ist noch zu früh, das Ausmaß der Schäden zu beziffern, aber es ist klar, dass der Bedarf groß ist“, sagt Nothilfekoordinatorin Valerie Amos in Manila. „Die Philippinen haben schon viele Katastrophen erlebt, aber keine, die so zerstörerisch war und so viele Menschenleben gefordert hat.“ Der Spendenaufruf gelte zusätzlich zu den 25 Millionen Dollar, die die Uno bereits zur Verfügung stellten, sagte Amos.

Große Bereitschaft zu helfen gibt es auch in Deutschland. Hilfsorganisationen haben sich zu Bündnissen zusammengeschlossen und Spendenkonten eingerichtet. „Jede Katastrophe löst einen Spendenimpuls aus, erst recht, wenn das Ausmaß der Katastrophe so verheerend ist, wie wir sie derzeit in den Bildern von den Philippinen zu sehen bekommen“, sagt Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats, einem Dachverband spendensammelnder gemeinnütziger Organisationen.

Das könnte dazu führen, dass das Spendenvolumen in Deutschland 2013 einen neuen Rekordwert erreicht. Der Grund: Das Jahr 2013 wartet gleich mit zwei Katastrophen auf, die die Deutschen bewegen – erst die Flut in Deutschland, nun der Taifun auf den Philippinen.

Von Januar bis August diesen Jahres wurden nach einer Erhebung der GfK bereits rund 2,56 Milliarden Euro gespendet. Deutlich mehr als in den beiden Vorjahren. Wobei die Katastrophenhilfe nicht mal ein Fünftel der Gesamtsumme ausmacht. Größere Summen kommen kirchlichen Zwecken, der Kinderhilfe oder nicht-humanitären Zwecken wie Kultur- und Denkmalpflege, Umwelt-, Natur- und Tierschutz zu Gute.

Mehr als die knapp 2,6 Milliarden Euro, die 2013 schon gespendet wurden, waren es im gleichen Zeitraum nur in den Jahren 2005 mit 2,68 Milliarden Euro – eine Folge der Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 – und im Jahr 2010 mit 2,63 Milliarden Euro. Damals erschütterten Erdbeben in Pakistan und Haiti die Weltgemeinschaft.

Die GfK-Untersuchung stützt sich auf eine Befragung von 10.000 Privatpersonen. Sie klammert Unternehmensspenden und Erbschaften aus, auch Spenden an politische Parteien und gerichtlich veranlasste Bußgelder wurden nicht berücksichtigt. Der durchschnittliche Betrag, der von den Spendern einer der Organisationen anvertraut wurde, lag bei knapp 30 Euro.

„Menschen helfen und spenden damit eher, wenn sie sich mit dem Leid identifizieren können, wenn sie merken: Das kann auch mir und meiner Familie passieren“, sagt Felser im Gespräch mit Handelsblatt Online und erklärt so die hohe Spendenbereitschaft im Land während der Flutkatastrophe im Juni. „Außerdem haben wir dabei gesehen, wie wichtig die mediale Berichterstattung für die Spendenbereitschaft ist.“ Etwa die Hälfte des Spendenaufkommens wurde über die Medien generiert. Es gab Galas, Sondersendungen und regelmäßige Aufrufe – das wiederholt sich nun wie die tägliche Berichterstattung zeigt. „Angesichts des Ausmaßes der aktuellen Katastrophe wird die Hilfsbereitschaft der Deutschen auch jetzt groß sein“, sagt Felser. (Stefan Kaufmann)

Italien: Große Gemeinden von Philippinen
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21 Kommentare zu "Taifun-Katastrophe: Bilder, die bewegen"

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  • red doch net son quatsch, menno

    Das Wetter in Manila - In Manila ist es am Morgen überwiegend dicht bewölkt bei Werten von 25 bis zu 27°C. Am Mittag gießt es wie aus Kübeln und die Temperatur steigt auf 30°C. Abends gibt es in Manila nur selten Lücken in der Wolkendecke bei Werten von 27°C. In der Nacht gibt es nur selten Lücken in der Wolkendecke und das Thermometer fällt auf 26°C.

    Der Wind weht schwach aus nordöstlicher Richtung mit Geschwindigkeiten bis zu 13 km/h.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ach, Günther...

  • @netshadow

    Es fliegen doch Flugzeueg und das Wetter auf gezeigten Bildern ist auch nicht überall schlecht.

    Das lass ich also so nicht gelten.

  • "Was ich nie verstehen werde, warum wirft man nicht über die zerstörten Landschaften kleine Fallschirme mitWasser ,Reis ,etc ab, um das erste Leid zu lindern.
    "
    Weil immer noch Wind und Regen nicht mehr Flüge erlauben.

  • Was ich nie verstehen werde, warum wirft man nicht über die zerstörten Landschaften kleine Fallschirme mitWasser ,Reis ,etc ab, um das erste Leid zu lindern.

    Wir haben Flugzeuge die in wenigen Stunden über die zerstörten Landstriche fliegen könnten.

    Aber sicher bin ich nicht klug genug um die komplizierte Einfachheit zu sehen .

    Staatdessen wühlt man sich durch Schlamm und wird noch ausgeraubt. Wenn auch verständlich.

  • Unwahrscheinlich, Karma.

  • Hilfsorganisationen, die hin fliegen und dann nicht weiter kommen weil:
    - oh Wunder - die Strassen nicht in Ordnung sind.
    - oh Wunder - die Hilfsbedürftigen auf einer Insel ohne Flughafen sind
    + die nicht hinfahren, weil es nicht genug Soldaten gibt, die sie bewachen können

    solche Hilfsorganisationen dürften keinen Euro erhalten.

    Es wird immer nur aufgerufen zu Geldspenden - davon werden dann Manager bezahlt!

    Warum nicht Care-Pakete schicken?
    Eine Post gibt es in jedem Land! Und die Einheimischen wissen das Inseln nur mit Booten erreichbar sind.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte verwenden Sie keine Zitate ohne Quellenangabe

  • Nichts gegen Satanisten... Bitte mal nach Church of Satan googeln oder am besten Wikipedia, deren Inhalte mich, wenn ich denn das Bedürfnis hätte, mich einer Kirche anzuschließen (was ich, wie sich bereits aus meinem Pseudonym ergibt, aber ohnehin nicht habe), am meisten ansprechen würde. :)

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