Taktische Einsatzkräfte
USA wollen weiter ukrainische Soldaten ausbilden

Die USA erwägt die Ausbildung ukrainischer Soldaten für den Kampf gegen prorussische Separatisten. Die Trainingsmission soll Ende November beginnen. Der Schwerpunkt soll dabei weniger auf dem Waffeneinsatz liegen.
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WashingtonAls Unterstützung des Kampfs der ukrainischen Armee gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes haben die USA die Ausbildung weiterer Sicherheitskräfte in Aussicht gestellt. Ab November könnten Einheiten des ukrainischen Verteidigungsministeriums ausgebildet werden, teilte der US-Kommandeur in Europa, Ben Hodges, am Montag mit. Eine endgültige Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen, die europäischen Partner der USA müssten dem Vorhaben noch zustimmen. Einigkeit innerhalb der Nato sei ihm sehr wichtig, hob der US-Kommandeur hervor.

Die USA bilden bereits Sicherheitskräfte des ukrainischen Innenministeriums aus, die ebenfalls im Osten des Landes eingesetzt werden. Bei dem nun erwogenen Ausbildungsprogramm gehe es um taktische Einsätze mit einem Schwerpunkt auf lebensrettenden Maßnahmen und Einsätzen in stark umkämpften Gebieten, führte Hodges aus. Dies sei "eine sehr wirksame Weise, ihnen zu helfen, der nicht unbedingt Waffen erfordert".

Die ukrainische Armee kämpft bereits seit 15 Monaten gegen die Separatisten im Osten des Landes. Bei dem Konflikt wurden bislang mehr als 6500 Menschen getötet.

"Wir sind jetzt wahrscheinlich an einem Punkt, an dem es ein Potenzial für eine weitere Offensive gibt", sagte Hodges. Nach seiner Ansicht geht es Russland langfristig nicht unbedingt darum, in der Ostukraine die Kontrolle zu übernehmen und einen direkten Zugang auf dem Landweg zur Halbinsel Krim zu schaffen, die Moskau im März vergangenen Jahres annektiert hatte.

"Das russische Interesse ist eine brodelnde, zerrissene Ukraine", sage der US-Kommandeur. Letztlich gehe es darum einen EU-Beitritt der Ukraine für alle Zeiten zu verhindern. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten in der Ostukraine militärisch zu unterstützen. Moskau weist die Anschuldigung zurück.

Kanada stärkte der Ukraine derweil offenbar erneut demonstrativ den Rücken. Das Land, in dem mehr als eine Millionen Menschen mit ukrainischen Wurzeln leben, habe mit Kiew ein Freihandelsabkommen geschlossen, berichtete die kanadische Zeitung "Globe and Mail" am Montag. Details würden am Dienstag beim Besuch des ukrainischen Regierungschefs Arseni Jazenjuk in Ottawa bekanntgegeben. Die ukrainische Wirtschaft leidet massiv unter dem anhaltenden Konflikt im Osten des Landes.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Pressemitteilungen von Andrej Hunko
    DIENSTAG, 14. JULI 2015 12:02 Pressemitteilungen
    Westen heizt ukrainischen Konflikt weiter an
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    "Mit der geplanten Ausweitung des Ausbildungseinsatzes in der Ukraine gießen die USA weiteres Öl ins Feuer", kritisiert Andrej Hunko, für die Fraktion DIE LINKE Mitglied des EU-Ausschusses des Bundestags sowie der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, Pläne des US-Militärs, die Ausbildung ukrainischer Kämpfern auszuweiten.

    Hunko weiter:

    "Die Kriegsvorbereitungen laufen offenbar auf Hochtouren. Nicht nur das ukrainische Militär soll fit für den Krieg im Osten gemacht werden. Auch der Aufmarsch von NATO-Truppen im Baltikum läuft weiter - auch über deutsches Territorium wie im oberpfälzischen Grafenwöhr. Dies muss ein Ende haben. Deutschland darf diese Kriegsvorbereitung nicht unterstützen.

    Statt weiterer Eskalation brauchen wir endlich Diplomatie und Entspannung, um einen größeren Krieg um die Ukraine zu vermeiden. Alle Seiten müssen die Vereinbarungen von Minsk II umsetzen. Die Bundesregierung fordere ich auf, Druck auf ihre ukrainischen Partner auszuüben, damit diese ihren Verpflichtungen nachkommen. Kernelemente sind dabei die Auflösung der illegalen Bataillone wie jene des Rechten Sektors, Kommunalwahlen und ein Sonderstatus für den Donbass."

  • Abgeordneter Hunko: Rechtsextreme in Ukraine immer gefährlicher
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    Die jüngsten Unruhen im westukrainischen Mukatschewe machen die Rolle rechtsextremer Kräfte bei der Entwicklung in der Ukraine offensichtlich.
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    „Im Westen, vor allen Dingen in Deutschland, wurde der Einfluss des Rechten Sektors und von Rechtsextremen in der Ukraine heruntergespielt“, stellt LINKE-Bundestagsabgeordneter Andrey Hunko fest.
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    Rechtsradikaler Rechter Sektor verweigert Befehle aus Kiew. Die Versuche der Kiewer Behörden, den Rechten Sektor und andere sogenannte Freiwilligenbataillone einem einheitlichen militärischen Kommando zu unterstellen, seien weitgehend gescheitert, so Hunko im Gespräch mit Armin Siebert. „Die Strategie der meisten Rechtsextremen in der Ukraine war, sich eigene Strukturen aufzubauen, auch militärische Strukturen. Und das ist ja teilweise auch aufgegangen, was den Rechten Sektor angeht.“

  • Die USA wollen noch mehr "Ausbilder" in die Ukraine schicken. "Die werden gebraucht, für die nächste Offensive".
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    Außerdem übt die US-Luftwaffe Atom-Bombenabwürfe mit "modernisierten" Atomwaffen, wie sie auch in Deutschland gelagert werden und die durch die "Modernisierung" zu luftgestützten Atom-Lenkwaffen werden!
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    (Verstoß gegen Verträge mit Russland!)

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