Taliban-Angriff
Elf Tote bei Kampf um Luxushotel in Kabul

Die Taliban stürmen ein schwer bewachtes Luxushotel in Kabul. Knapp fünf Stunden dauern die Kämpfe, an deren Ende Hubschrauber der Schutztruppe Isaf die letzten Taliban auf dem Dach des Hotels töten.
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KabulBei einem Terrorangriff afghanischer Taliban auf ein Luxushotel in Kabul sind in der Nacht zum Mittwoch nach offiziellen Angaben insgesamt elf Menschen ums Leben gekommen. Neben zwei Polizisten und zwei Ausländern starben alle sieben Angreifer, teilte Mohammad Sahir, Chefermittler der Kabuler Kriminalpolizei, am Mittwochmorgen mit.

Zwölf Menschen waren bei den Kämpfen im Hotel Intercontinental verletzt worden. Über die Nationalität der beiden getöteten Ausländer gab es zunächst keine Angaben. Die Lage im Hotel sei inzwischen unter Kontrolle.

Sieben Taliban waren am Dienstagabend in das schwer bewachte Hotel eingedrungen und hatten sich mehrere Stunden lang Feuergefechte mit den Sicherheitskräften geliefert. Erst das Eingreifen von zwei Kampfhubschraubern der internationalen Schutztruppe Isaf, die mindestens drei auf dem Dach verschanzte Taliban mit Raketen beschossen und töteten, beendete den Überfall.

Nach einer ersten Darstellung der Behörden hatten sechs Taliban am Abend das Hotel gestürmt. Unter ihnen waren drei Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürteln, sagte der Chefermittler der Kabuler Kriminalpolizei, Mohammad Sahir. Die Aufständischen drangen in das stark bewachte Hotel ein und arbeiteten sich nach Darstellung eines Taliban-Sprechers auf der Suche nach Ausländern von Zimmer zu Zimmer vor.

Am frühen Morgen griffen zwei Kampfhubschrauber der Isaf ein, wie ein Sprecher der Schutztruppe im US-Sender CNN mitteilte. Im Raketen-Kreuzfeuer der beiden Helikopter seien drei Taliban getötet worden, die sich auf dem Dach verschanzt hatten. In dem Hotel war nach einem Bericht von CNN am Mittwoch eine Konferenz zur Übergabe der Sicherheitsverantwortung von ausländischen an afghanische Kräfte geplant. tte.

Über die Zahl der ausländischen Gäste in dem fünfstöckigen Gebäude lagen keine gesicherten Angaben vor. Auf mögliche deutsche Opfer gab es zunächst keine Hinweise. „Die deutsche Botschaft in Kabul ist eingeschaltet und um Aufklärung bemüht“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin der Nachrichtenagentur dpa. „Es gibt bisher keine Hinweise auf Deutsche, die betroffen sind“, sagte er.

Die USA verurteilten den Terrorangriff auf das Hotel umgehend. Die Tat demonstriere erneut, dass die Terroristen Menschleben vollkommen missachten würden, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums Victoria Nuland am Dienstag nach einer in Washington verbreiteten Mitteilung.

Die radikalislamische Taliban übernahmen die Verantwortung für den Angriff. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, mehrere Attentäter seien in das Hotel eingedrungen. Einer habe sich in die Luft gesprengt. Auf der Suche nach Ausländern gingen die Angreifer nach Darstellung ihres Sprechers von Zimmer zu Zimmer. Mudschahid sprach von mindestens 50 Toten, doch gelten derartige Angaben der Taliban generell als übertrieben.

In Kabul hatte am Sonntag und Montag ein internationales Afghanistan-Treffen stattgefunden. Daran hatte auch der deutsche Sonderbeauftragte für Afghanistan und Pakistan, Botschafter Michael Steiner, teilgenommen. Er war nach dpa-Information zum Zeitpunkt des Angriffs aber nicht mehr in Kabul. Auch der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Marc Grossman, und seine Delegation hätten Kabul bereits am Dienstagmorgen verlassen, teilte das US-Außenministerium mit.

Beim Angriff eines Taliban-Selbstmordkommandos auf das Serena-Hotel in Kabul - das einzige Fünf-Sterne-Hotel des Landes - waren im Januar 2008 sieben Menschen getötet worden, darunter ein norwegischer Journalist. Das Intercontinental liegt auf einem Hügel in der Hauptstadt und ist das älteste Luxushotel in Afghanistan. Es nahm bereits 1969 seinen Betrieb auf, gehört aber seit langem nicht mehr zu der gleichnamigen internationalen Kette.

Der deutsche Afghanistan-Experte Thomas Ruttig berichtete aus Kabul: „Wir haben eine einzelne laute Explosion gehört.“ Danach seien Polizeiwagen mit Sirenen in die Gegend gefahren. Anwohner berichteten von Schüssen, schrieb der Ko-Direktor des Afghanistan Analysts Network (AAN) in seinem Blog.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das ist genau das Problem, das alle zivilisierten Gesellschaften mit dem Islam haben! Umso mehr müssen wir uns dieses wohl noch Jahrhunderte andauernden Problems annehmen, aber nicht in Afghanistan, sondern hier bei uns! Die überaus tolerante Regelung im GG, nämlich die der Religionsfreiheit, darf nicht dazu mißbraucht werden, dass sich die dem Islam innewohnende Intoleranz bei uns zur Nichteinhaltung unserer Gesetze legitimiert! Auf diese Entwicklung müssen Politiker aller Couleur ein sehr wachsames Auge haben

  • Bitte in umgekehrter Reihenfolge Lesen !

  • Für die Moslems besteht die Welt nur aus Gläubigen und Nichtgläubigen. Mit den Gläubigen sind die Moslems gemeint und mit den Ungläubigen die Nichtmoslems. Der Auftrag der Moslems besteht darin, die Nichtmoslems zu Moslems zu machen. Wenn es nicht per Mission gelingt, dann durch den Heiligen Krieg.

    Einen permanenten Frieden zwischen Moslems und Nichtmoslems kann es nicht geben, allenfalls einen zeitlich begrenzten Frieden, den die Moslems Hudna nennen, was so etwas wie ein Waffenstillstand ist. Der aber ist nur erlaubt, wenn Moslems den Nichtmoslems unterlegen sind. Die Hudna-Zeit nutzen sie dann, um aufzurüsten, um schlussendlich den Sieg über die Nichtmoslems erringen zu können.

    Ein Dauerfrieden im Sinne des westlichen Völkerrechts ist folglich zwischen der Welt des Islams und der Welt der Nichtmoslems nicht möglich. Daher kann es auch einen wirklichen Frieden nach der Vorstellung des Westens zwischen den Arabern/Moslems und Israel nicht geben, denn alles, was die Moslems unter Frieden mit Nichtmoslems verstehen und zulassen, ist eben nur der Hudna-Frieden, der aber ist nur ein Waffenstillstand mit dem Charakter der Vorläufigkeit.

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