Taliban bedrohen angeblich auch Europa
Heftige Kämpfe in Südafghanistan

Im Süden Afghanistans hat die islamische Taliban-Miliz offenbar ihre größte Offensive seit Beginn des Jahres eingeleitet. Die afghanische Polizei beschuldigt zudem iranische Milizen der Einmischung im Grenzgebiet. Unterdessen sollen die Taliban einem Bericht des US-Senders ABC zufolge sogar Selbstmordanschläge in Europa und Nordamerika angekündigt haben.

HB KANDAHAR. Mehrere hundert Rebellen griffen Polizeiposten nahe der Stadt Tschora in der Provinz Urusgan an, wie niederländische Offiziere mitteilten. Es kam zu heftigen Kämpfen mit den Nato-Truppen in der Region. Seit dem Wochenende wurden mehr als 100 Menschen getötet, unter ihnen auch einfache Bewohner der Region.

Der Gouverneur der Provinz Urusgan und der afghanische Präsident Hamid Karsai forderten nach den Angriffen militärische Unterstützung an, wie der niederländische Generalmajor Jouke Eikelboom mitteilte. Daraufhin wurden auch US-Kampfflugzeuge eingesetzt. Die Taliban suchten nach afghanischen Angaben zum Teil Zuflucht in Wohnhäusern, die ebenfalls bombardiert wurden. In der Nachbarprovinz Kandahar hätten die Rebellen den Bezirk Mija Nischin besetzt, teilte der dortige Provinzpolizeichef Esmatullah Alisai mit. Die Angriffe stellen offenbar eine Änderung in der Taktik der Aufständischen dar, die bislang vor allem einzelne Bombenanschläge verübten.

Mehr als 20 bewaffnete iranische Männer seien am Montag zudem über die Grenze gekommen und mit Wagen in die Sirkoch-Region gefahren, wo die Kämpfe zwischen Aufständischen und Koalitionstruppen seit Monaten eskalierten, sagte am Dienstag der Polizeikommandant der drei westlichen Provinzen, Farah Badghis und Herat, Oberst Rahmatullah Safi der Deutschen Presseagentur dpa. Die Polizei habe die Iraner nicht verfolgen können, aber dafür Präsident Hamid Karsai informiert.

Er könne mit Sicherheit sagen, dass die Iraner Waffen, Munition und Sprengstoff dabei gehabt hätten, sagte Safi. Er präsentierte auch fünf kürzlich entdeckte Anti-Panzer-Minen, die iranische Zeichen trugen. Safi warf den iranischen Grenzposten vor, die Kämpfer und den Waffenschmuggel nicht zu stoppen. Die USA hatten dem Iran mehrfach vorgeworfen, Waffen nach Afghanistan zu schmuggeln. Präsident Karsai sowie die iranische Führung hatten diese Berichte aber zurückgewiesen.

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