Taliban in Afghanistan
Anschlagsserie als Antwort auf Friedensgespräche?

Das Diplomatenviertel Schir Pur in Kabul galt bislang als relativ sicher. Nun folgen einem Selbstmordanschlag mehrere Explosionen. Kurz zuvor hatte der afghanische Präsident den Taliban Friedensgespräche angeboten.

KabulEin Diplomatenviertel in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Freitag von einem Selbstmordanschlag und anschließenden Feuergefechten erschüttert worden. Ein spanischer Polizist wurde nach offiziellen Angaben getötet, sieben Zivilisten wurden verletzt. Die radikalislamischen Taliban übernahmen die Verantwortung für den Anschlag auf ein internationales Gästehaus, der von einem Selbstmordattentäter ausgeführt wurde.

Doch damit war die Gewalt in dem zentralen Hauptstadtbezirk Schir Pur noch nicht vorüber: Mindestens fünf weitere Explosionen folgten, schwer bewaffnete Angreifer lieferten sich bis in die Nacht Feuergefechte mit den Sicherheitskräften.

Der stellvertretende Kabuler Polizeichef Gul Agha Ruani sagte, zwei Angreifer seien erschossen worden, drei bis vier weitere hätten sich in dem Gästehaus verschanzt, vor dem zuvor die Autobombe gezündet worden sei. Drei Spanier seien aus dem Gästehaus evakuiert worden, in dem Gebäude seien keine anderen Ausländer mehr.

Der stellvertretende afghanische Innenminister Mohammed Ajub Salangi sagte am frühen Samstagmorgen (Ortszeit), der Einsatz sei noch nicht vorbei: „Die Angreifer leisten weiterhin Widerstand.“

Friedensgespräche mit Taliban sollen bald beginnen

Die Attacke am Freitag begann nur wenige Stunden nachdem der afghanische Präsident Aschraf Ghani bei einer Pressekonferenz gesagt hatte, dass Friedensgespräche mit den Taliban innerhalb weniger Wochen beginnen sollten. Am Rande einer Afghanistan-Konferenz in Pakistan hatte er am Mittwoch mit Vertretern der USA, Chinas und Pakistans darüber beraten, wie man die Islamisten an den Verhandlungstisch zurückbringen könne. Die neue Welle der Gewalt wird von Analysten als Absage an dieses Angebot gewertet.

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte in Madrid, ein spanischer Polizist sei bei dem Anschlag in der Nähe der spanischen Botschaft getötet worden. Ein Sprecher des Kabuler Innenministeriums, Sedik Sedikki, sagte, sieben Zivilisten seien verletzt worden und ein ausländischer Wachmann sei getötet worden.

In Washington teilte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, mit, amerikanische Sicherheitskräfte unterstützten afghanische Einheiten bei dem Einsatz in Schir Pur. In dem Viertel befinden sich mehrere Botschaften und diplomatische Einrichtungen befinden. Es galt bisher als relativ sicher.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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