Taliban könnten bevorstehende Wahlen stören: Struck fürchtet Selbstmordanschläge in Kundus

Taliban könnten bevorstehende Wahlen stören
Struck fürchtet Selbstmordanschläge in Kundus

Freude über motivierte Soldaten und Furcht vor Selbstmordanschlägen - das ist das Fazit des Truppenbesuchs von Verteidigungsminister Struck in Afghanistan.

HB BERLIN. Verteidigungsminister Peter Struck bewertet die Situation für die im Norden Afghanistans stationierten Bundeswehrsoldaten als bedrohlich. Das sagte der Minister der «Welt am Sonntag». Angesichts der Wahlen in Afghanistan befürchte er verstärkt Selbstmordanschläge. «In Afghanistan ist die Situation instabiler geworden», zitierte das Blatt den Minister, der am Samstag seinen Kurzbesuch bei den deutschen Soldaten in Kundus beendete.

«Es gibt dort eine zunehmende Gefahr wegen der bevorstehenden Wahlen Mitte des Jahres. Das erfordert erhöhte Wachsamkeit, erhöhte Präsenz», so Struck weiter. «Denn die Taliban werden versuchen, diesen Demokratisierungsprozess nach der Verabschiedung der Verfassung bis hin zu den Wahlen auch mit Selbstmordanschlägen zu stören.»

Struck sagte, er habe sich ein Bild von der Lage in Afghanistan machen können. Er sei erfreut über die «hochmotivierten Soldaten». Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung sei sehr groß. Sein Ministerium bestätigte am Samstagnachmittag, dass Struck auf dem Rückflug nach Deutschland sei.

Auf der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik Ende kommender Woche soll die Situation in Afghanistan ein Schwerpunkt von Strucks Gesprächen sein. Auch bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer am Donnerstag in Berlin will der Verteidigungsminister hauptsächlich über Afghanistan sprechen, berichtete das Blatt.

Struck wolle in Abstimmung mit den beteiligten Kollegen dem Nato-Generalsekretär vorschlagen, dem Eurocorps in Straßburg mit Soldaten aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Spanien «ab August die Führungsfunktion eines Hauptquartiers in Kabul» zu übertragen.

Konzept der Wiederaufbauteams in Kundus ist es, gemeinsam mit afghanischen Behörden, internationalen Hilfsorganisationen und Sicherheitskräften die Lage in der nördlichen Provinz zu stabilisieren. Bisher hatte sich die Internationale Schutztruppe Isaf nur in der Hauptstadt Kabul engagiert. Mit dem Wiederaufbauteam in Kundus übernahm Isaf erstmals Verantwortung in anderen Teilen des Landes.

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