Taliban-Terror gegen Wahlen
Mindestens 18 Tote in Afghanistan

Mindestens 18 Menschen wurden in Afghanistan getötet. Die radikalislamischen Taliban haben damit ihren Terror gegen die für September geplanten Wahlen in ihrem Land verschärft.

HB KABUL. In der zentralafghanischen Provinz Urusgan erschossen die Rebellen am Freitag nach offiziellen Angaben vom Sonntag 16 Afghanen, nachdem diese sich als Wähler hatten registrieren lassen. Bei dem ersten gezielten Anschlag der Taliban auf Wahlhelferinnen wurden am Samstag nahe der ostafghanischen Stadt Dschalalabad zwei Frauen getötet. Die Taliban bekannten sich zu beiden Taten und kündigten weitere Anschläge an.

Taliban-Sprecher Mufti Latifullah Hakimi sagte entgegen der offiziellen Darstellung, bei dem Anschlag in Urusgan seien sechs Wahlhelfer und 13 afghanische Soldaten getötet worden. Nach dem Anschlag bei Dschalalabad hatte Hakimi weitere Angriffe angekündigt, um die ersten freien Wahlen Afghanistans „zu sabotieren“. In der jüngsten Verangenheit mehren sich Zweifel daran, ob der bereits von Juni auf September verschobene Wahltermin angesichts der Sicherheitslage zu halten ist. Nach UN-Angaben sind inzwischen fünf Mill. der rund zehn Mill. Wahlberechtigten registriert.

Nach dem Anschlag in Dschalalabad erklärte Präsident Hamid Karsai: „Er zeigt erneut die Schwäche der Feinde Afghanistans, die Unschuldige angreifen.“ Der UN-Sondergesandte Jean Arnault zeigte sich „zutiefst schockiert“ über den Bombenanschlag auf den Bus mit Wahlhelferinnen, bei dem auch drei Frauen und ein Kind schwer und neun Frauen leicht verletzt worden waren. Die Bewegungen von Wahlhelferinnen seien eingeschränkt worden, sagte Arnault. Die Registrierung von Wählerinnen werde aber fortgesetzt.

Ein Taliban-Kommandeur sagte der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP, die Rebellen seien auch für einen Angriff auf US-Streitkräfte in der ostafghanischen Provinz Kunar verantwortlich. Bei dem Angriff waren am Donnerstag nach US- Angaben zwei amerikanische Soldaten getötet worden. Der Rebellen- Kommandeur kündigte eine Zunahme von Angriffen gegen die US-geführten Koalitionstruppen an.

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