Taliban-Vertreter verhandeln mit Diplomaten
Direkte Gespräche über Schicksal der südkoreanischen Geiseln

Die Taliban und Diplomaten aus Seoul haben am Freitag erstmals direkte Gespräche über das Schicksal der 21 südkoreanischen Geiseln aufgenommen.

HB GHASNI/AFGHANISTAN. Im Büro des Roten Halbmonds in Ghasni kamen zwei ranghohe Taliban-Führer und vier südkoreanische Unterhändler zusammen, wie Taliban-Sprecher Kari Jussef Ahmadi mitteilte. Die Entführer hatten zuvor zugesichert, bis zum Beginn der Gespräche keine der vor drei Wochen verschleppten Geiseln zu töten.

Nach Angaben eines Behördensprechers nahmen an dem Treffen in Ghasni auch vier Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) teil. Offizielle Vertreter von afghanischer Seite seien nicht zugegen, erklärte der örtliche Gouverneur Mardschuddin Pathan. Die Regierung habe den Taliban freies Geleit garantiert. Dem Gouverneur zufolge könnte die Zahlung von Lösegeld das Geiseldrama beenden. Weitere Verhandlungen zwischen den Entführern und der Regierung in Kabul sollte es demnach nicht geben.

Die Entführer der Südkoreaner haben mehrfach mit der Ermordung ihrer Geiseln gedroht und die Freilassung inhaftierter Taliban-Kämpfer gefordert, was die afghanische Regierung ablehnt. Die ursprünglich 23 Christen wurden am 19. Juli während einer Busfahrt von Kabul nach Kandahar in der Provinz Ghasni überfallen und verschleppt. Zwei von ihnen wurden getötet.

Bei Kämpfen mit Taliban-Rebellen in der afghanischen Provinz Helmand wurden nach Angaben der von den USA geführten Koalitionstruppen mindestens zehn Kämpfer getötet. Dabei gab es auch mehrere Luftangriffe.

Helmand ist das Hauptanbaugebiet für Schlafmohn in Afghanistan. Die US-Regierung stellte am Donnerstag ein neues Programm zur Eindämmung der Opium-Produktion vor. Dabei sollen Regionalbehörden, die etwas gegen den Anbau von Schlafmohn unternehmen, mit insgesamt 50 bis 60 Mill. Dollar (36 bis 44 Mill. Euro) Entwicklungshilfe unterstützt werden. In Regionen wie der Provinz Helmand sollen die Mohnfelder auch gegen den Willen der Bauern zerstört werden.

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