Taliban wollen weitere Geisel töten
Südkorea macht massiv Druck auf Karsai

Bestürzung über die Ermordung der zweiten südkoreanischen Geisel durch die Taliban: Die Regierung in Seoul fordert von Afghanistan, das Leben der anderen Gefangenen zu retten. Auch Islamische Staaten mischen sich ein. Doch Präsident Karsai bleibt hart. Prompt stellen die Taliban ein neues Ultimatum.

KABUL/SEOUL. Im Geiseldrama um die in Afghanistan entführten Südkoreaner haben die radikal-islamischen Taliban nach der Ermordung einer zweiten Geisel ein neues Ultimatum gestellt. Die Regierungen in Kabul und Seoul hätten bis Mittwochmittag 12.00 Uhr (Ortszeit/09.30 MESZ) Zeit, auf die Forderung nach der Freilassung von acht inhaftierten Rebellen einzugehen, sagte am Dienstag Taliban- Sprecher Kari Jussif Ahmadi der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Wenn sie die Angelegenheit bis dahin nicht regeln, werden mehr Geiseln getötet werden.“

Ahmadi erklärte, die Geisel sei erschossen worden, weil die afghanische Regierung der Forderung nach der Freilassung inhaftierter Taliban-Kämpfer nicht nachgekommen sei. Am vergangenen Mittwoch hatten die Extremisten die erste Geisel umgebracht. Die südkoreanischen Christen waren am 19. Juli in der Provinz Ghasni verschleppt worden.

Rund zehn Kilometer westlich der Stadt Ghasni fand die Polizei am frühen Dienstagmorgen die Leiche des zweiten Opfers, das allem Anschein nach Schusswunden am Kopf aufwies, wie der Verwaltungschef des Bezirks Andar mitteilte. Die südkoreanische Regierung identifizierte den Toten später als den 29 Jahre alten Shim Sung Min.

Die Familien der seit fast zwei Wochen festgehaltenen Geiseln reagierten auf die Todesnachricht tief geschockt. „Warum haben sie ihn umgebracht? Wir können nicht ohne ihn leben!“ rief die Mutter des im Alter von 29 Jahren erschossenen Shim Sung Min. Shims Angehörige versammelten sich mit anderen betroffenen Familien in einem Vorort von Seoul.

Dort befindet sich auch die christliche Freikirche, die die Gruppe nach Afghanistan geschickt hatte, um dort Entwicklungsarbeit zu leisten. Die Gruppe der 21 Koreaner, die noch von den Taliban festgehalten werden, besteht aus 3 Männern und 18 Frauen, von denen ein Großteil unter 20 Jahre alt ist.

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