Talkshow
Schwarzenegger attackiert Bush

Republikaner gegen Republikaner: Arnold Schwarzenegger hat in einer US-Talkshow scharfe Kritik an der Irak-Politik von George W. Bush geübt. Der US-Präsident habe „eine Menge Fehler“ gemacht.

HB LOS ANGELES. Der kalifornische Gouverneur und Parteifreund drängte in der „Tonight“-Show mit Talkmaster Jay Leno auf eine schnelle Strategie für den Abzug der Truppen. Schwarzenegger, der sich bei den Wahlen am 7. November für eine zweite Amtszeit als Gouverneur des Westküstenstaates bewirbt, distanzierte sich von Bush.

„Mich mit George Bush in Verbindung zu bringen ist so, als ob man mich mit einem Oscar in Verbindung bringt“, scherzte der frühere Action-Star über Wahlslogans seines demokratischen Widersachers, die Schwarzenegger und Bush in einem Atemzug nennen. „Das ist einfach lächerlich.“ Der „Terminator“-Darsteller hat während seiner Schauspielkarriere nie eine Nominierung für den Oscar erhalten.

Bush selber bezeichnete indes eine Studie als unglaubwürdig, nach der seit Beginn der letzten US-Invasion im Irak 655 000 Menschen gewaltsam ums Leben kamen. Am Mittwoch veröffentlichten Erkenntnissen von US-amerikanischen und irakischen Gesundheitsexperten zufolge wurden beim US-geführten Einmarsch 2003 und der folgenden Gewalteskalation zweieinhalb Prozent der irakischen Bevölkerung ausgelöscht.

Die Todesrate habe sich seit Kriegsbeginn mehr als verdoppelt, hieß es in der Studie weiter, die die medizinische Fachzeitschrift „The Lancet“ im Internet veröffentlichte. Die bei direkten Befragungen erhobenen Daten ergaben eine deutlich höhere Todesrate als als die offizielle irakische Totenstatistik. Die häufigste Todesursache waren den Experten zufolge Schussverletzungen, die meisten Getöteten waren Jugendliche oder Männer. Die Zahlen beruhen auf einer Befragung rund 13 000 zufällig ausgewählter Personen im ganzen Irak zwischen Mai und Juni.

Bush zeigte sich offen für neue Taktiken, um der anhaltenden Gewalt im Irak Herr zu werden. „Wenn die gegenwärtigen Pläne nicht funktionieren, müssen wir sie ändern“, sagte Bush zu abweichenden Einschätzungen hochrangiger republikanischer Politiker zur Lage im Irak. Einen vorzeitigen Truppenabzug schloss der US-Präsident jedoch aus. Einem hohen US-General zufolge stellen sich die USA darauf ein, ihre derzeitige Truppenstärke im Irak bis mindestens 2010 beizubehalten. Derzeit haben sie dort rund 141 000 Soldaten stationiert.

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