Tanker-Entführung
Somalias Piraten führen Nato vor

Nach der spektakulären Entführung des saudi-arabischen Supertankers Sirius Star durch somalische Piraten im Indischen Ozean denkt die Nato über mögliche neue Einsätze zum Schutz der Seewege nach. Die Allianz werde eine Ausweitung ihrer laufenden Operation Allied Provider diskutieren, sagte Nato-Sprecher James Appathurei in Brüssel. Die Piraten beeindruckt das nicht, sie kapern weiter ein Schiff nach dem anderen.

BRÜSSEL. Bisher ist das größte Militärbündnis der Welt nur mit vier Kriegsschiffen im Golf von Aden präsent. Davon sind aber nur zwei einsatzbereit. Das Aufgebot könnte ab Dezember verstärkt und verlängert werden, sagte Appathurei.

Die Piraten beeindruckt das nicht: Vor der Küste Ostafrikas kaperten somalische Piraten in den letzten 24 Stunden weitere Schiffe. Der griechische Rundfunk berichtete am Mittwochmorgen, ein griechisches Schiff mit 23 Besatzungsmitgliedern an Bord sei entführt worden. Den Überfall habe der Kapitän der Reederei noch per Funk melden können, bevor die Piraten das Schiff enterten.

Die indische Marine versenkte unterdessen vor Somalia ein Piratenschiff. Die Fregatte "INS Tabar", die im Golf von Aden patrouilliert, sei von den somalischen Seeräubern zuvor am Vorabend unter Beschuss genommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur IANS am Mittwoch.

Am Dienstagabend war bekanntgeworden, dass ein unter der Flagge Hongkongs fahrender Frachter in die Hände der Seeräuber fiel. Nach Angaben der US-Marine gehört das Handelsschiff dem Iran. Bei einem ebenfalls am Dienstag gekaperten Trawler handelt es sich um ein thailändisches Fangschiff mit 16 Mann Besatzung. Das bestätigte das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB), das Meldungen über Seeräuberei aufnimmt, in Kuala Lumpur. Damit habe sich die Zahl der Angriffe von Seeräubern in der Region seit Jahresbeginn auf insgesamt 95 erhöht.

Allerdings handelt es sich nur um "kleine Fische" im Vergleich zu dem Supertanker, der den Seeräubern am Wochenende ins Netz gegangen war. Die Piraten hatten die Sirius Star abseits der als besonders gefährdet geltenden somalischen Gewässer rund 450 Seemeilen südöstlich von Mombasa (Kenia) gekapert. Gestern ging das 330 Meter lange Schiff in der Nähe der Stadt Hobyo vor der Küste Somalias vor Anker; die 25 Besatzungsmitglieder aus Kroatien, Großbritannien, den Philippinen, Polen und Saudi-Arabien sollen laut der Betreiber-Gesellschaft wohlauf sein.

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