Tankerauftrag an EADS
US-Wahlkämpfer springen Boeing bei

Die Bevorzugung des europäischen Konkurrenten EADS bei der Vergabe eines Tankerauftrags bringt nicht nur Boing auf die Palme. Auch in der amerikanischen Politik macht sich lautstarke Verärgerung breit. Heute informiert das Pentagon über die Gründe für die Entscheidung.

NEW YORK. In den USA formiert sich der politische Widerstand gegen die Vergabe des Auftrags für Tankflugzeuge an das Konsortium aus Northrop Grumman und der Airbus -Mutter EADS. Der unterlegene Rivale Boeing drängt darauf, umgehend über die Gründe für die Entscheidung unterrichtet zu werden. Ursprünglich sollte das erst am 12. März geschehen. Das Pentagon will den Flugzeugbauer nun jedoch schon heute informieren. Im US-Kongress fanden gestern Anhörungen statt, bei denen die umstrittene Vergabe zur Sprache kam. Vor allem Abgeordnete aus dem Boeing -Heimatstaat Washington kritisierten die Entscheidung.

Die überraschende Vergabe des Auftrags für zunächst 179 Tankflugzeuge im Wert von etwa 40 Mrd. Dollar zugunsten von EADS hat in Amerika einen öffentlichen Proteststurm ausgelöst. Der demokratische Senator Patty Murray sprach von einer "ungünstigen Entscheidung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt" - eine direkte Anspielung auf die drohende Rezession in den USA. Unterstützt werden die Kritiker von den Gewerkschaften. Die International Association of Machinists and Aerospace Workers, die rund 35 000 Boeing -Beschäftigte vertritt, forderte den Kongress auf, die Vergabe an EADS durch ein Gesetz rückgängig zu machen. Außerdem wiesen Gewerkschaftsvertreter darauf hin, dass die US-Regierung Airbus wegen angeblich illegaler Subventionen vor der Welthandelsorganisation WTO verklagt habe.

"EADS sollte nicht voreilig die Champagnerkorken knallen lassen", sagte Dan Solon der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der unabhängige Industrieanalyst rechnet damit, dass die Entscheidung erst nach der Präsidentschaftswahl in den USA im November getroffen wird. Sowohl die beiden demokratischen Kandidaten Hillary Clinton und Barack Obama als auch der Republikaner John McCain haben sich entweder kritisch geäußert oder eine Untersuchung gefordert.

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