Task-Force der EU
Griechen sollen ihre Rechnungen begleichen

Unbezahlte Rechnungen über 6,5 Milliarden Euro dümpeln in Athen vor sich hin. Diese zu begleichen wäre ein Fortschritt, so Horst Reichenbach, Chef der EU-Task-Force. Noch 2012 will die Regierung zahlen - wenn möglich.
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Athen/BerlinDie „Task Force“ der EU hat Griechenland zum Bezahlen offener Rechnungen in Milliardenhöhe aufgefordert. "Es wäre ein erster Schritt, die angehäuften Außenstände zu begleichen", sagte Horst Reichenbach am Dienstag in Athen. Der Deutsche ist Chef der Task Force, die Griechenland bei der Umsetzung der von der Troika vorgeschriebenen Strukturreformen unter die Arme greifen soll.

Die Experten der Troika aus EZB, EU-Kommission und IWF hatten indes ihre Arbeit in Griechenland wieder aufgenommen. Dort wollen sie sich vor Ort über Reformfortschritte informieren und darüber entscheiden, ob das pleitebedrohte Euro-Land die nächste Kredittranche erhalten kann. Sollten die Prüfer zu einem negativen Ergebnis kommen, drohen die Gläubiger mit einer Einstellung der Zahlungen.

Die Schuldenkrise hat dazu geführt, dass die von den internationalen Finanzmärkten abgeschnittenen Hellas-Banken nur noch zögerlich Kredite vergeben und der klamme Staat Rechnungen lange liegen lässt, um bei Kasse zu bleiben. Dieses Problem behindere alle Reformfortschritte, sagte Reichenbach.

Lieferanten in der Industrie sitzen auf einem Berg offener Rechnungen von rund 6,5 Milliarden Euro. Die Forderungen reichen von Arzneimittellieferungen der Pharmabranche für Krankenhäuser bis hin zu teuren Bauleistungen für den griechischen Staat. Die Regierung kündigte an, die Zulieferer - wenn möglich - noch in diesem Jahr zu bezahlen. Zudem wolle sie die Rüstungsausgaben senken und den Umbau der Staatsunternehmen vorantreiben, teilte das Finanzministerium mit.

Der griechische stellvertretende Finanzminister Christos Staikouras sagte bei einer Pressekonferenz in Athen, dass sich die neue Regierung des krisengeschüttelten Eurolandes auf den Abbau des Haushalts- und Leistungsbilanzdefizits sowie die Ankurbelung der rezessionsgeplagten Konjunktur konzentrieren wolle. "Wir haben unterstrichen, dass es notwendig ist, zusätzliche politische Maßnahmen zu ergreifen, um die Arbeitslosigkeit zu verringern, die Rezession zu bekämpfen und der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen", erklärte er. Die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Ziele müssten dabei eingehalten werden.

EZB-Direktor Jörg Asmussen hatte die Regierung in Athen zu Wochenbeginn vor einem Aufschnüren des Rettungspakets gewarnt. Der scheidende Chef des Weltbankenverbandes, IIF, Charles Dallara, forderte das Land nun auf, die Bürokratie abzubauen, den Staatssektor zurückzufahren und Privatisierungen beherzt anzupacken. Dem tschechischen Blatt "Hospodarske Noviny" sagte Dallara, trotz aller Probleme liege die Zukunft des Ägäis-Landes in der Euro-Zone: "Die Griechen haben eine Brücke überschritten und können nicht mehr umkehren."

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico forderte von allen hilfsbedürftigen Euro-Ländern eine klares Bekenntnis zu Reformen. Sein Land sei nicht bereit, weitere Hilfen zu leisten, wenn die Empfängerländer nicht klar nachwiesen, dass sie ausreichende Reformen unternähmen: "Die Geduld der Öffentlichkeit ist am Ende", sagte Fico nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. In Zypern, das nach Griechenland, Irland, Portugal und Spanien als fünfter Staat Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm beantragte, nahm die Troika die Prüfung des Finanzbedarfs auf.

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  • Griechenland hat leider im Euro keine Chance, es gibt kaum Industrie um eine halbwegs positive Handelsbilanz auszuweisen. Nur wer expordiert kann die Wirtschaft ankurbeln und Wachstum generieren.
    Sie müssen zur eigenen Währung zurück, so kann das Land abwerten und sich gesund schrumpfen.
    Wenn das nicht geschieht stehen die Griechen in einem Jahr wieder vor der Tür, es wird ein Faß ohne Boden, die Griechen werden immer unzufriedener und das Resultat ist, daß die Leistung weiter sinkt. Ein Teufelskreis !

  • Mann !! Jetzt zahlt endlich....Sonst werden wir........


    .....wieder nichts mehr kriegen!!


    Ich lache mich echt jeden Tag aufs Neue kaputt !!!

    Mal davon abgesehen: Ich fände es vernünftiger, wenn der griech. Staat die Rettungsgelder dazu verwenden würde, um die noch ausstehenden Rechnungen der Privatwirtschaft zu begleichen, anstelle in marode Banken und Zockergeldhäuser (BNP / Deutsche Bank etc.) die Kohle reinzustopfen. Die können meinetwegen ruhig pleitegehen oder Verluste verbuchen (als es Gewinne gab, haben die sich auch nicht beschwert!).
    Nur wenn die Realwirtschaft gestützt wird und sich erholen kann, kommt GR wieder auf die Beine. Solange es so läuft wie derzeit, hat GR nicht die geringste Chance

  • Dallara: "Die Griechen haben eine Brücke überschritten und können nicht mehr umkehren."
    Was für ein Dummfug!Seit wann sind Brücken für einen Rückzug hinderlich!
    Ich habe diese Plattitüden so satt.

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