Tausende Demonstranten: Bulgaren protestieren gegen Regierung

Tausende Demonstranten
Bulgaren protestieren gegen Regierung

Mit Sprechchören wie „Mafia“ oder „Zurücktreten“ sind tausende bulgarische Bürger auf die Straßen gegangen. Bei den Demonstrationen gegen die Regierung kam es zu Ausschreitungen und Verhaftungen.
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SofiaTausende Menschen in Bulgarien haben erneut gegen die Regierung demonstriert. In der Hauptstaft Sofia marschierten am Montagabend zwischen 1500 und 2000 Demonstranten zum Parlamentsgebäude im Stadtzentrum. Mit Sprechchören mit Parolen wie „Mafia!“ und „Zurücktreten“ machten sie ihrem Ärger über die Regierung von Ministerpräsident Bojko Borissow Luft. In Warna am Schwarzen Meer demonstrierten mehr als 2000 Menschen. Auch in anderen Städten wie Plowdiw beteiligten sich insgesamt mehrere tausend Menschen an Protestmärschen, wie die bulgarische Nachrichtenagentur BTA meldete.

Am Rande der Demonstration in Sofia kam es zu Ausschreitungen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Demonstranten warfen Steine und Flaschen und zerschlugen damit mehrere Fensterscheiben des Parlamentsgebäudes. Außerdem blockierten Demonstranten stundenlang mehrere Hauptstraßen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden vier Demonstranten festgenommen.

Die Protestwelle in Bulgarien hatte im Januar mit Demonstrationen gegen hohe Strompreise begonnen. Am Sonntag gingen in einer der größten Protestaktionen seit Jahren mehrere Zehntausend Menschen in verschiedenen Städten gegen die Regierung auf die Straße. Regierungschef Borissow sah sich am Montag schließlich gezwungen, die Entlassung des unbeliebten Finanzministers Simeon Dschankow anzukündigen. Die Bürger des ärmsten EU-Landes werfen Borissows Kabinett unter anderem vor, zu wenig gegen Vetternwirtschaft und Korruption zu unternehmen. Außerdem fordern sie eine stärkere staatliche Regulierung der Energiewirtschaft.

Im Juli sollen die Bulgaren ein neues Parlament wählen. Borrisows konservative Regierungspartei GERB liegt in Umfragen bei 22 Prozent und damit gleichauf mit den oppositionellen Sozialisten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Vorort in Sliven: Seit drei Monaten verzweifeln die Bulgaren vor weiter explodierenden Stromrechnungen.
    Schuld ist die Monopolstellung dreier Energielieferanten (http://tv7.bg/news/9636872.html),
    welche sich Bulgairen aufteilen. Über neue und erhöhte Zusatz- und Sondergebühren treiben E.on (D) EVN (A) und CheZ (CZ)
    die Stromrechnungen der Bulgaren in wahnwitzige Höhen.
    So haben sich die Rechnungen seit Dezember teilweise vervierfacht.
    Belief sich eine Durchschnittliche Rechnung auf 50 Leva (25€) im Oktober beträgt sie im Januar bis zu 190 Leva in vielen Fällen sogar mehr,
    obwohl der Verbrauch, Winerbedingt, nur um 10 % gestiegen ist.
    Betrachtet man die Durchschnittliche Rente von 200 Leva (ca. 100 €) ist dies Existenzberohend.
    http://www.standartnews.com/gallery/album/bunt_sreshtu_monopolite-519.html
    Sebastian. Sachse 19.02.2013

    Viele Bulgaren heitzen und kochen bereits mit Holz und müssen dennoch mit hohen Stromrechnungen kämpfen.
    Verzweiflung und Angst treibt die Menschen auf die Straße, seit 1996 gab es keine vergleichbare Volksbewegung.
    Zwei Wochen dauern die Demonstrationen in über 32 Städten, (Sofia, Warna, Burgas, Sliven...) bereits an.
    Blieben die Demonstrationen bisher friedlich, kam es am Montag zu schweren Ausschreitngen in der Hauptstadt Sofia,
    wo die Fensterscheiben des Regierungsgebäudes mit Steinen zerstört wurden.
    Die sich bisher zurückhaltende Polizeit setzte unabhänig davon Schlagstöcke ein. In vielen Städten kamm es zu Verletzen.
    Der Finanzminister trat am 18.02. zurück.
    http://www.standartnews.com/gallery/album/shturm-528.html
    Auch am Montag erreichten die Ausschreitungen einen traurigen Höhepunkt, als sich ein junger Mann in "Velico Tarnovo" selbst verbrannte.
    http://light.standartnews.com/balgariya-obshtestvo/bednyak_se_samozapali-178480.html.

    Sebastian. Sachse 19.02.2013

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