Tea-Party-Bewegung
Die große Unbekannte

Die US-amerikanischen Unternehmen haben im Wahlkampf eindeutig auf die Republikaner gesetzt. Doch schon am Tag eins nach der Wahl macht sich Ernüchterung breit. Was die rechtskonservative Tea-Party wirklich will, weiß nämlich niemand.
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asd/som/wt/fas/hgn/oli/rez/reu/scc. Am Tag nach der Wahl bereiten sich Amerikas Unternehmen auf die neuen Kräfteverhältnisse in Washington vor. Die erstarkten Republikaner haben bereits angekündigt, wesentliche Änderungen an Obamas Großprojekten, Finanz- und Gesundheitsreform, vorzunehmen. Die Konzerne bringen deshalb ihre Lobbyisten in Stellung.

Mit Millionen von Spendengeldern hat Corporate America die Republikaner und die Tea-Party im Wahlkampf unterstützt. Die Wall Street und die Industrie wollten mit ihrem Liebesentzug ein Zeichen setzen gegen Obamas Wirtschaftspolitik, die die einflussreiche US-Handelskammer als "geschäftsfeindlich" gebrandmarkt hat.

Doch schon am Tag nach der Wahl dämmert es der Finanzwelt: Der Erfolg der Republikaner und der radikal-konservativen Tea-Party-Bewegung und die damit verbundene Blockadepolitik in Washington hat seine Schattenseiten. Dementsprechend blieb die sonst übliche Erleichterung an den Börsen nach Wahlsiegen der Republikaner aus. Deren Erfolg hat die Wall Street ein Stück weit verunsichert. Der damit verbundene Stillstand in Washington ist normalerweise eine gute Nachricht für die Märkte. "Dann kann Washington wenigstens nichts vermasseln", heißt eine alte Wall-Street-Weisheit. Dieses Mal könnte sie jedoch nicht zutreffen. "Was ist, wenn die Banken noch einmal einen von der Regierung gerettet werden müssten, Washington aber gelähmt ist?", fragen die ersten Zweifler.

Die Tea-Party-Bewegung ist entstanden aus der Wut auf die Banken, die nach ihren riskanten Wetten mit Steuerzahlergeldergeldern gerettet wurden, während der normale Bürger leer ausging. "Es wäre falsch zu glauben, dass Republikaner grundsätzlich bankenfreundlich und Demokraten bankenkritisch eingestellt sind", sagte der Präsident der US-Handelskammer in Deutschland, Fred Irwin.

Eine politische Mehrheit, um die gigantischen Staatsschulden abzubauen, ist nicht in Sicht, argwöhnten Analysten. Deshalb dürfte die Unsicherheit an den Finanzmärkten künftig eher noch steigen, erwartet Horacio Valeiras, Chef-Anlagestratege bei Allianz Global Investors Capital.

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