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Tea-Party-Bewegung: Wider Wähler-Willen

Sie wollten Obama schaden, haben aber letztendlich sich selbst geschadet: Tea-Party-Abgeordnete haben im Schuldenstreit blockiert und damit eine Wirtschaftskrise in Kauf genommen. Ihre Wähler wollten das aber nicht.

Michele Bachmann: Die republikanische Präsidentschaftskandidatin Michele Bachmann hätte Amerikas Offenbarungseid in Kauf genommen. Und damit auch die nächste Weltwirtschaftskrise. Quelle: Reuters
Michele Bachmann: Die republikanische Präsidentschaftskandidatin Michele Bachmann hätte Amerikas Offenbarungseid in Kauf genommen. Und damit auch die nächste Weltwirtschaftskrise. Quelle: Reuters

WashingtonMit Fug und Recht lässt sich sagen, dass die rechte Tea-Party-Bewegung derzeit auf dem Höhepunkt ihrer Macht ist. Denn jene Abgeordneten, die auf der Woge der Tea-Party-Begeisterung im vergangenen Herbst in den Kongress getragen wurden, geben in Washington den politischen Ton an.

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Ihr Mantra "Weniger Steuern, weniger Schulden, weniger Staat!" bestimmt die Schuldendebatte und macht Kompromisse so schwierig. Nicht nur für die Demokraten, sondern ebenso für moderate Republikaner. Die Tea-Party-Abgeordneten haben ihre Republikanische Partei in Geiselhaft genommen. Niemand wagt es, sich öffentlich gegen sie zu stellen.

Die Debatte der vergangenen Wochen hat gezeigt, dass etlichen (nicht allen!) Tea-Party-Abgeordneten Amerikas drohende Zahlungsunfähigkeit ziemlich egal war. Mit ihren Stimmen erpressten sie die Regierung und ihre Partei. Und am Ende war einigen das Ergebnis noch immer nicht radikal genug. Das Wort von "Verhandlungen mit Terroristen" machte die Runde.

Tea-Party-Abgeordnete wie die republikanische Präsidentschaftskandidatin Michele Bachmann hätten Amerikas Offenbarungseid in Kauf genommen. Und damit auch die nächste Weltwirtschaftskrise. Ihnen ist allein wichtig, lupenrein ihre Sparideologie durchzusetzen. Sie bleiben kompromisslos, weil sie meinen, ihren Wählern gegenüber dazu verpflichtet zu sein.

Aber wer überhaupt sind diese Tea Party-Wähler? Die Suche nach ihnen zeigt, dass sie viel heterogener sind, als weithin behauptet. Und es ist gut möglich, dass der Streit um die Verschuldung und deren Lösung zweierlei zeigt: den Höhepunkt der Tea-Party-Bewegung – und zugleich die Überschreitung des Zenits.

Es gibt nämlich nicht DIE Tea Party. Sie ist keine Partei, kein geschützter Begriff – und auch kein Monolith. Sie ist ein buntes Sammelsurium aus konservativen, ultrakonservativen und libertären Einstellungen.

  • 14.08.2011, 12:28 UhrAnonymer Benutzer: Pendler

    Keine zwingt Sie doch, auch die Hintergründe zu verstehen

  • 14.08.2011, 08:48 UhrAnonymer Benutzer: Moika

    Erstens haben Sie wieder einmal den Artikel nicht richtig gelesen, denn in dem steht klipp und klar, daß 54 Prozent der Tea Party Wähler gegen diesen Rigorismus sind - und

    Zweitens scheint Ihr Gedächtnis leider nur bis gestern zu reichen, denn sonst wüßten Sie, daß die Entscheidungen über die Gelder zur Rettung des Finanzsystems und zu Ankurbelung der Wirtschaft gemeinsam mit den Republikanern getroffen worden sind.

    Hier teilweise ein Schrott geschrieben...

  • 14.08.2011, 03:38 UhrAnonymer Benutzer: Economics

    Der Kommentar könnte genau so von einem amerikanischen "Democrat" geschrieben worden sein; ist okay - Kommentar eben. Kurze Anmerkung zu "Und am Ende war einigen das Ergebnis noch immer nicht radikal genug." Das Ergebnis war so wenig radikal, daß S&P (u. a.) wegen der geringen Budgetentlastung gleich das Rating gesenkt hat. Es war so wenig radikal, daß der Verschuldungsgrad nicht abnimmt, sondern weiter zunimmt. - Frage an den Autor: Wieso ist es eine Forderung nach einem Nachtwächterstaat, wenn eine Volkswirtschaft nur ihre Einnahmen ausgeben soll? (unabhängig davon, daß der "Nachtwächterstaat" natürlich ein wirtschaftsideologischer Begriff ist).

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