Technische Panne
S&P mit Details zu Frankreich-Falschmeldung

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat durch einen technischen Fehler die Märkte verunsichert. Nun hat sie eine detaillierte Erklärung für die Falschmeldung, Frankreichs Bonität sei herabgestuft worden, vorgelegt.
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New York/Paris/BerlinDie irrtümliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs durch Standard & Poor's ist nach Angaben der Ratingagentur auf einen technischen Fehler ohne jeden Bezug zur Bonität des Landes zurückzuführen. Wie Standard & Poor's am Freitag mitteilte, hing das Problem mit einem Angebot des Unternehmens zur Bewertung der Risiken in den Bankensektoren einzelner Länder (BICRA) zusammen. Demnach wurden die Angaben zum französischen Bankensektor im Dezember 2010 zu Testzwecken auf die Hauptseite von Standard & Poor's geschaltet, die BICRA-Bewertungen anderer Staaten wurden dann aber nicht auf dieses Portal gestellt.

Als am Donnerstag eine neue BICRA-Bewertung veröffentlicht wurde, wurde für Frankreich automatisch „nicht verfügbar“ angegeben. Das System interpretierte dies irrtümlich als Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes, woraufhin eine entsprechende Nachricht an einige Abonnenten geschickt wurde. Es seien „umgehend“ Schritte eingeleitet worden, damit sich ein solcher Fehler nicht noch einmal ereignen könne, erklärte Standard & Poor's. Die Agentur arbeite zudem mit den Behörden zusammen, die den Vorfall untersuchten.

Die Falschmeldung, dass Frankreich die Bestnote „AAA“ verliert, hatte in Frankreich für Empörung gesorgt. Frankreichs Finanzminister François Baroin forderte eine Untersuchung der Vorgänge. Die französische Finanzmarktaufsicht AMF leitete Ermittlungen ein und nahm Kontakt zur Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) auf.

In Deutschland hatte der Bundestag unterdessen für eine Resolution zur besseren Kontrolle über die Agenturen gestimmt.

Standard & Poor's hatte bereits am Donnerstag erklärt, einigen Abonnenten wegen eines „technischen Fehlers“ eine Nachricht geschickt zu haben, wonach die Kreditwürdigkeit Frankreichs herabgestuft wurde. Dies sei jedoch falsch, die Note Frankreichs bleibe bei der Bestnote „AAA“. Die Aussichten seien stabil und der Vorfall bedeute auch nicht, dass die Note derzeit unter besonderer Beobachtung stehe.

Frankreichs Finanzminister François Baroin hat eine Untersuchung der Vorgänge gefordert. Die französische Finanzmarktaufsicht AMF leitete Ermittlungen ein und nahm Kontakt zur Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) auf.

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Kommentare zu " Technische Panne: S&P mit Details zu Frankreich-Falschmeldung"

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  • "Speerspitze" irgendeiner Interessengruppe werden Ratingagenturen immer sein. Und wer würde denn einer europäischen RA, die womöglich von Politikern wie Schäuble oder Sarkozy beeinflußt wird, vertrauen? Nein danke, da setze ich lieber auf den gesunden Menschenverstand.

  • @reisender: Reise weiter. Möglichst weit weg.

    Wenn ich hier im Forum lese, stelle ich fest, dass es eine Menge Nestbeschmutzer gibt. So kann man natürlich nur schwer ein funktionierendes Europa bauen.

    Ich frage mich, ob das in Amiland auch so ist. Ich denke nicht.

  • kapiert ihr denn gar Nichts ?!! Frankreich müsste bereits längst seine Bestnote AAA verloren haben, wenn die Ratingagenturen reele Bewertungen abgeben müssten, und zwar alle RA. Weshalb dies immer noch nicht geschehen ist, und weshalb sie das Rating zurückgezogen haben, ist nicht nachzuvollziehen

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