Technische Probleme
Iran legt Nuklearanlagen lahm

Kurz vor möglichen Gesprächen mit den Weltmächten über sein umstrittenes Atomprogramm hat der Iran erhebliche Probleme mit seinen Nuklearanlagen und musste sie teils lahmlegen. Nach Spekulationen könnte der Computerwurm Stuxnet dahinterstecken. Der Iran bestätigt das nicht
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HB WIEN. Die Anreicherungsanlage in Natans habe mindestens am 16. November überhaupt kein Uran produziert, heißt es in dem neuesten Iranbericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, der am Dienstag den Mitgliedstaaten vorgelegt wurde. Und auch trotz des Einsatzes von mehr Zentrifugen habe das islamische Land die Produktionsrate seines angereicherten Urans nicht erhöhen können.

Wie lange der Ausfall dauerte, könne die IAEA nicht genau sagen, weil nicht täglich Inspektoren vor Ort seien, sagte ein mit IAEA-Belangen vertrauter Diplomat. In dem Bericht heißt es, der Iran habe die Behörde am 22. November informiert, dass wieder 28 Kaskaden voller Zentrifugen mit Uran arbeiteten. Selbst konnten sich die Inspektoren aber davon bisher nicht überzeugen.

Bereits vor der Veröffentlichung des Berichts war spekuliert worden, dass der Computerwurm Stuxnet schwere Schäden an den Atomanlagen des Irans angerichtet haben könnte. Als Urheber der Sabotageaktion gerieten die USA und Israel ins Gespräch.

Am 5. Dezember will das islamische Land bei einem möglichen Treffen mit den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats plus Deutschland unter anderem über sein Atomprogramm sprechen. Ein Ort oder eine genaue Tagesordnung stehen aber noch nicht fest.

Der IAEA-Bericht nennt keinen Grund für den Stopp der Produktion in Natans. Auch der Diplomat konnte dazu nichts sagen. Das Land sei nicht verpflichtet, den Atominspektoren einen Grund zu nennen. Die Regierung in Teheran hatte in der Vergangenheit zwar die Infektion von Industrierechnern mit Stuxnet bestätigt, größere Probleme aber bestritten. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bekräftigte am Dienstag in Zanjan den Willen seines Landes, sein Atomprogramm fortzuführen: "Die bösen Weltmächte sind zu unwichtig und können deshalb nichts tun, um die iranische Weiterentwicklung zu stoppen."

Nach Angaben informierter Kreise musste Iran in den vergangenen drei Jahren bereits zwei oder dreimal die Uranproduktion für kurze Zeit komplett lahmlegen. Ein Grund sei der Austausch von Brennstofftanks gewesen. Dies sei aber nach dem Einsatz neuer Technologie inzwischen nicht mehr nötig.

Viele Länder verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Nuklearenergie in Wirklichkeit an Atomwaffen zu arbeiten. Auch die Atomwächter in Wien haben wegen zögernder Zusammenarbeit zunehmend Zweifel an den friedlichen Absichten des Landes. Die Regierung in Teheran bestreitet stets alle Vorwürfe.

Trotz der technischen Probleme häuft der Iran nach dem jüngsten Iran-Bericht weiter angereichertes Uran an: Inzwischen besitzt das Land 3183 Kilo niedrig angereichertes Uran und 33 Kilo auf 20 Prozent angereichertes Uran. Dieser Brennstoff kann für Forschungszwecke und die Stromgewinnung, in noch höher angereicherter Form aber auch für den Bau einer Atombombe verwendet werden.

Auch im jüngsten Iran-Bericht mahnte die IAEA die Beantwortung zahlreicher offener Fragen und fehlende Informationen an: "Es ist essenziell, dass der Iran bei diesen Themen mit der IAEA zusammenarbeitet und ihr ohne weitere Verzögerung den Zugang zu wichtigen Anlagen, Maschinen und Dokumenten verschafft und ihr erlaubt, alle relevanten Personen zu befragen." Dies sei grundlegend, um den iranischen Beteuerungen Glauben schenken zu können.

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  • Wenn es mit dem Computerschädling "Stuxnet" gelungen ist, dass iranische Aufrüstungsprogramm aus dem Tritt zu bringen, so kann man die Urheber nur beglückwünschen!

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