Technische Probleme
Panne bei Test für US-Rakentenschild

Ein mit Spannung erwarteter Test für den Aufbau des umstrittenen US-Raketenschilds ist am Freitag abgebrochen worden. Das Pentagon sprach allerdings nicht von einem Fehlschlag. Gegnern liefert allerdings auch die „Nichtausführung“ weitere Argumente.

HB WASHINGTON. Der neue Raketenabwehr-Test sei wegen technischer Probleme abgebrochen worden, teilte die zuständige Pentagon-Behörde MDA mit. Danach erreichte eine von der Kodiak-Insel in Alaska gestartete „feindliche“ Rakete nicht die notwendige Höhe für die Erprobung der Abwehrrakete. Diese sollte 20 Minuten nach dem Start der „Gegner-Waffe“ in Vandenberg (Kalifornien) abgeschossen werden, wurde aber der MDA zufolge dann am Boden gehalten. Die Behörde sprach jedoch nicht von einem Fehlschlag, sondern ausdrücklich von einer „Nichtausführung des Tests“.

„Das Ziel erreichte keine ausreichende Höhe, um eine „Bedrohung' darstellen zu können, und so wurde das Abwehrsystem nicht eingesetzt“, hieß es in der in Washington veröffentlichten Erklärung von MDA-Direktor Henry Obering wörtlich. Eine solches Risiko bestehe immer, da in den bei den Tests verwendeten ballistischen Zielraketen alte Motoren verwendet würden. Verbesserungen würden im Zuge eines Modernisierungsprogrammes erwartet. Der nun nicht zu Stande gekommene Tests solle im Sommer nachgeholt werden.

Die Erprobung war angesichts der US-Pläne für die Stationierung einer Raketenabwehr in Mitteleuropa mit besonderer Spannung erwartet worden. Die USA wollen in Polen zehn Abwehrraketen aufstellen und in Tschechien eine Radaranlage. Russland hat die Pläne scharf kritisiert. Auch bei den NATO-Verbündeten gibt es starke Vorbehalte. In den vergangenen fünf Jahren hat es nur einen vollen Test des Abwehrsystems gegen weit reichende Raketen gegeben, wie es in Mitteleuropa geplant ist. Dieser Test gelang, aber Gegner des Programms kritisierten, dass die Erprobung unter unrealistischen Bedingungen stattgefunden habe.

Erst vor wenigen Tagen hatte das US-Abgeordnetenhaus die Mittel für die Vorbereitung der Stationierung in Mitteleuropa zusammengestrichen - unter anderem auch wegen Bedenken, dass das System nicht ausgereift sei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%