Technologische Partnerschaft mit den USA: Indien kauft weltweit Waffen ein

Technologische Partnerschaft mit den USA
Indien kauft weltweit Waffen ein

Indien will als Regionalmacht wahrgenommen werden und brennt darauf, im Weltgeschehen endlich eine Rolle zu spielen, die seiner Größe entspricht. Wichtiges Vehikel ist dabei das ambitionierte Rüstungsprogramm der indischen Regierung. Dazu knüpft das Land ein immer breiteres und tieferes diplomatisches Netz.

NEU DELHI. Besonders deutlich hat sich das lange gespannte Verhältnis mit den USA verbessert. Die Beziehungen zwischen „der größten und der mächtigsten Demokratie der Welt“ seien so gut wie noch nie, erklärte Außenminister Yashwant Sinha gerade nach einem Treffen mit Präsident George W. Bush. Beide hatten über die nächsten Schritte für die Vertiefung der jungen „strategischen Partnerschaft“ diskutiert. Einen Meilenstein darin markiert die jüngste Entscheidung der Amerikaner, Ausfuhrkontrollen für zivile Nuklear- und Raumfahrttechnik zu lockern und die Zusammenarbeit im Hochtechnologiebereich deutlich zu vertiefen.

Für indische Sicherheitsexperten kommt das der stillschweigenden Anerkennung ihres Landes als Atommacht gleich. Der Schritt wird auch Indiens aufblühender IT-Industrie helfen. Er könnte das Land sogar zum Partner der USA bei der Entwicklung eines Raketenabwehrsystems machen. Washington hofft außerdem, dass Indien Großkunde für US-Rüstungsexporte wird.

Denn Hand in Hand mit der außenpolitischen Neuausrichtung der vergangenen Jahre geht Indiens wachsende Rolle als Käufer auf dem weltweiten Rüstungsmarkt. Mit Großbritannien hat das Land kürz-lich einen 1,7-Mrd.-$-Deal über den Kauf von 66 Trainingsjets geschlossen; in Israel wurden luftgestützte Frühwarnradarsysteme im Wert von 1 Mrd. $ geordert, nachdem die USA die Lieferung abgenickt hatten. Indiens enge Beziehungen zu arabischen Ländern hatten das Verhältnis mit dem jüdischen Staat zuvor lange belastet.

Für deutsche Rüstungsfirmen spielt Indien bislang kaum eine Rolle. Wichtiger Grund sind strikte Ausfuhrbestimmungen für Waffenlieferungen in Krisengebiete. Doch angesichts der jüngsten Entspannung in Indiens Verhältnis mit Pakistan und China hoffen Industrievertreter auf eine liberalere Exportpolitik. Die Kieler HDW-Werft zum Beispiel hat Interesse an einem U-Boot-Auftrag im Wert von 2 Mrd. Euro. Über den verhandelt Indien bereits seit Jahren mit Frankreich.

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