Teheran Iranischer Präsident zieht erneut Holocaust in Zweifel

Trotz internationaler Kritik hat sich der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erneut Israel-feindlich geäußert und den Holocaust geleugnet. Deutschland will beim EU-Gipfel auf eine Erklärung zur Missbilligung dringen.
Rückkehr zur aggressiven Rhetorik: Der iranische Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Foto: dpa Quelle: dpa

Rückkehr zur aggressiven Rhetorik: Der iranische Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Foto: dpa

(Foto: dpa)

HB TEHERAN. „Wenn die Ermordung von Juden in Europa wahr ist, und die Zionisten deswegen unterstützt werden, warum sollte das palästinensische Volk den Preis dafür zahlen?“, sagte Ahmadinedschad nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens, der am Dienstag im Internet erschien. Erst in der vergangenen Woche war der Präsident wegen antisemitischer Äußerungen weltweit in die Kritik geraten.

Ahmadinedschad nahm am Montag an einer islamischen Konferenz in Teheran teil. Später sprach er mit dem politischen Führer der Hamas, Chaled Maschaal, wie es im Internet hieß. „Die islamische Welt sollte ihre Passivität aufgeben und sich aktiver mit der palästinensischen Frage beschäftigen“, sagte der Präsident. Der Westen könne im israelisch-palästinensischen Konflikt keine Vermittlerrolle übernehmen, weil er immer auf der Seite des „zionistischen Regimes“ stehe.

Schon in der vergangenen Woche hatte Ahmadinedschad Zweifel am Holocaust geäußert und gefordert, Israel nach Deutschland oder Österreich zu verlegen. Europa, die USA und sogar der iranische Verbündete Russland reagierten verärgert.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erwartet eine Stellungnahme des EU-Gipfels zu den jüngsten Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad über Israel. „Ich rechne eigentlich damit, dass der Europäische Rat sich zu dem Thema, zu den öffentlichen Äußerungen des Staatspräsidenten noch mal äußern wird“, sagte Steinmeier. Die EU-Staats- und Regierungschef kommen am Donnerstag und Freitag zusammen.

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