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Teheran: Iranischer Staatsfunk meldet mehrere Tote

Bei den gestrigen Massenprotesten in der iranischen Hauptstadt Teheran hat es offenbar etliche Tote gegeben. Der staatliche Rundfunk berichtet heute früh, sieben Menschen seien ums Leben gekommen. Einzelheiten wurden nicht genannt. Unterdessen hat die Protestwelle offenbar auch auf andere Teile des Landes übergegriffen.

Massenprotest in Teheran: Mehr als eine Million Menschen sollen dem Demonstrationsverbot getrotzt haben. Quelle: dpa
Massenprotest in Teheran: Mehr als eine Million Menschen sollen dem Demonstrationsverbot getrotzt haben. Quelle: dpa

bac/HB TEHERAN. Die sieben Menschen seien bei einem Schusswechsel ums Leben gekommen, nachdem mehrere Menschen am Montagabend versucht hätten, „eine militärische Einrichtung anzugreifen“, hieß es. Es war die erste Bestätigung für einen Zwischenfall nach der Großkundgebung am Asadi-Platz, bei der hunderttausende Anhänger des nach offizieller Lesart unterlegenen Reformkandidaten Mir Hossein Mussawi friedlich demonstriert hatten. Der Radiobericht nannte nur wenige Einzelheiten, die Beschreibung der Ereignisse deckte sich jedoch mit einem Zwischenfall, der von Augenzeugen und einem Fotografen der Nachrichtenagentur AP beobachtet worden war.

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Nach dem Aufruf der iranischen Opposition zu weiteren Protesten haben unterdessen Anhänger des umstrittenen Wahlsiegers Ahmadinedschad eine Gegendemonstration angekündigt. Die Kundgebung soll am Dienstagnachmittag auf demselben Platz in Teheran stattfinden, wo am Montag Zehntausende Anhänger des unterlegenen Reformkandidaten Mussawi gegen das amtliche Endergebnis demonstriert hatten. Die Kundgebung der Regierungsanhänger werde um 13.30 Uhr (MESZ) beginnen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Fars. Das Mussawi-Lager hat weitere Proteste für 14.30 Uhr (MESZ) angekündigt.

Trotz eines Verbots hatten die Mussawi-Anhänger in Teheran am Montagnachmittag eine Protestdemo begonnen. Augenzeugen berichteten von mindestens einer Million Menschen, die sich in einem Sternmarsch auf den Azadi-Platz zubewegten. Die Demonstranten skandierten Slogans wie „Tod dem Diktator“ gegen den alten und neuen iranischen Präsidenten Ahmadinedschad und warfen ihm Wahlbetrug vor, berichteten Augenzeugen weiter. „Wir sind hier, und wir bleiben hier“, riefen die Demonstranten.

Unter den Protestierenden befanden sich neben Oppositionsführer Mussawi auch der moderate Kleriker und ebenfalls unterlegene Präsidentschaftskandidat Mehdi Karrubi und Ex-Präsident und Reformer Mohammed Chatami. Mussawi forderte bei der größten Kundgebung im Iran seit 30 Jahren Neuwahlen in dem islamischen Land. Er sei bereit, dabei anzutreten, sagte Mussawi vor hunderttausenden Anhängern im Zentrum von Teheran. Es war der erste öffentliche Auftritt des Reformpolitikers seit den Präsidentschaftswahlen am Freitag. Aus Sorge vor einer Eskalation rief Mussawi seine Anhänger zur Mäßigung auf. Zugleich warf er Ahmadinedschad und dem Innenministerium erneut Wahlbetrug vor.

Vereinzelt war es schon am Nachmittag zu Krawallen gekommen: Mitarbeitern der Nachrichtenagentur Reuters zufolge prügelten sich Anhänger von Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad mit den Befürwortern des Gegenkandidaten Mussawi. Dabei schlugen die Ahmadinedschad-Anhänger von Motorrädern aus mit Stöcken auf ihre Gegner ein.

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