Teheran verspricht Damaskus Unterstützung bei einem US-Militärschlag: Iran und Syrien schmieden Allianz gegen USA

Teheran verspricht Damaskus Unterstützung bei einem US-Militärschlag
Iran und Syrien schmieden Allianz gegen USA

Der Iran und Syrien haben am Mittwoch überraschend eine „gemeinsame Front“ gegen die USA angekündigt. „Wir sind bereit, Syrien in allen Punkten gegen Bedrohungen zu helfen“, sagte Irans Vizepräsident Mohammed Resa Aref nach einem Treffen mit Syriens Ministerpräsidenten Nadschi el Otari in der iranischen Hauptstadt. Gleichzeitig will die US-Regierung den wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf Syrien massiv erhöhen.

bac/HB WASHINGTON/BERLIN. US-Präsident George W. Bush wirft dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben. Syrien verdächtigt er, Terroristen zu unterstützen.

Nachdem die USA in den vergangenen Wochen verstärkt auf einen politischen Wechsel im Iran und in Syrien gedrängt hatten, sagte Syriens Ministerpräsident: „Dieses Treffen, das zu einer sensiblen Zeit stattfindet, ist wichtig, besonders weil Syrien und der Iran vor mehreren Herausforderungen stehen und es notwendig ist, eine gemeinsame Front zu bilden.“ Aref sicherte Syrien für den Fall eines amerikanischen Militärschlags Unterstützung zu. „Wir sind bereit, Syrien zu helfen, wo immer wir können.“

Der Nahost-Beauftragte der USA, William Burns, forderte Syrien am Mittwoch am Rande der Trauerfeierlichkeiten für den am Montag ermordeten früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik el Hariri ultimativ auf, seine rund 14 000 Soldaten „vollständig und unverzüglich“ aus dem Libanon abzuziehen. „Hariris Tod sollte dem Ziel eines freien, unabhängigen Libanons neuen Auftrieb geben“, sagte er. Hunderttausende Libanesen nutzten den Trauermarsch für Hariri zu einem Massenprotest gegen die syrische Vormacht. „Syrien raus, Syrien raus“, skandierte die Menge, während sie Hariris Sarg auf dem Weg in eine Moschee im Zentrum Beiruts begleitete. Oppositionspolitiker machen Syrien für das Attentat verantwortlich, bei dem neben Hariri weitere 14 Menschen starben. Frankreichs Staatschef Jacques Chirac forderte bei der Trauerfeier eine lückenlose Aufklärung des Attentats.

Obwohl Damaskus jede Beteiligung an dem Anschlag ausschloss, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice, die syrische Regierung befinde sich auf einem Weg, „auf dem sich die Beziehungen nicht verbessern, sondern verschlechtern“.Ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte dem Handelsblatt: „Wir prüfen mehrere Optionen.“ Möglich sei beispielsweise, syrische Guthaben in den USA einzufrieren. Außerdem könnte eine Exportsperre für viele US-Güter verhängt werden. Präsident Bush hatte amerikanischen Unternehmen schon vor Jahren verboten, Waffen, Munition sowie Güter, die zivil und militärisch genutzt werden können, an Syrien zu verkaufen. Nach Angaben des Mitarbeiters des Weißen Hauses prüft die US-Administration auch, die Bewegungsfreiheit syrischer Diplomaten in den USA einzuschränken.

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