Teheran wiegelt ab
Iranische Boote bedrohen US-Schiffe

Im Persischen Golf sind nach einem Bericht des US-Senders CNN vom Montag amerikanische Marineschiffe von iranischen Booten der Revolutionsgarden „belästigt und extrem provoziert“ worden. Beinahe wäre es sogar zu einem Feuerwechsel gekommen.

HB WASHINGTON. Iranische Militärboote haben der Regierung in Washington zufolge beinahe einen Schusswechsel mit US-Schiffen provoziert. Fünf Schnellboote der iranischen Revolutionswächter hätten am Wochenende in der Straße von Hormus drei Schiffe der US-Marine umzingelt und per Funk Drohungen ausgesprochen, sagte ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums am Montag und bestätigte damit einen Bericht des Fernsehsenders CNN. Ein US-Kapitän habe beinahe einen Schussbefehl erteilt. Dazu sei es aber nicht gekommen, weil die iranischen Boote abgedreht seien.

Es habe sich um einen „verantwortungslosen und potenziell feindlichen“ Zwischenfall gehandelt, sagte ein Ministeriumssprecher. Das Präsidialamt erklärte, der Iran dürfe es nicht noch einmal zu einer solch provozierenden Handlung kommen lassen, die zu einem gefährlichen Zwischenfall führen könnten.

CNN berichtete unter Berufung auf ungenannte US-Vertreter, es sei in einem Funkspruch von einem der iranischen Boote damit gedroht worden, dass die US-Schiffe in wenigen Minuten explodieren würden. Demnach näherten sich die Iraner auf 200 Meter. Die Besatzungen der US-Schiffe hätten daraufhin ihre Waffen in Stellung gebracht.

Der Vorfall, der sich kurz vor dem ersten Nahost-Besuch von US-Präsident George W. Bush ereignete, dürfte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern noch einmal verschlechtern. Der Iran strebt eine Vormachtstellung in der Region an, was die Regierung in Washington verhindern will.

Im März hatte der Iran bei einem anderen Zwischenfall auf See 15 britische Marinesoldaten festgenommen. Die Regierung in Teheran warf den Briten vor, bei der Kontrolle eines Frachtschiffes in iranisches Gewässer vorgedrungen zu sein.

Großbritannien wies diese Darstellung als falsch zurück und erklärte, die Marinesoldaten seien in irakischem Gewässer gefahren. Nach zwei Wochen in Gefangenschaft kamen die 15 Briten schießlich frei, was Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad als Geschenk an das britische Volk bezeichnete.

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