Teheran will mit der IAEA zusammen arbeiten
Iran hält an Atomprogramm fest

Trotz massiven internationalen Drucks will Iran an seinem Atomprogramm festhalten. Allerdings bekräftigte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran am Sonntag zugleich, dass sein Land bereit sei, weiter mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zusammmen zu arbeiten. Diese hat dem Iran bis Ende Oktober Zeit gegeben, zu beweisen, dass es kein geheimes Atomwaffenprogramm verfolgt.

HB TEHERAN. Am Donnerstag kommen IAEA-Inspektoren in den Iran, um das Atomprogramm zu überprüfen. Während ihres Gipfeltreffens hatten US-Präsident George W. Bush und dessen russischer Kollege Wladimir Putin den Iran am Samstag dazu gedrängt, Hoffnungen auf die Entwicklung von Atomwaffen aufzugeben.

„Eine Beendigung unserer friedlichen atomaren Aktivitäten oder der Anreicherung (von Uran) ist nichts, bei dem der Iran zu Kompromissen bereit ist“, sagte Irans Außenamtssprecher Hamid Resa Asefi tags darauf. „Wir sind daran interessiert, die Frage zu lösen, und davon überzeugt, dass die Verhandlungen und Gespräche fortgesetzt werden sollten.“ Während Mitglieder der reform-orientierten Regierung des Iran zu einer Kooperation mit der IAEA bereit sind, hat sich der Klerus des Landes dafür ausgesprochen, dem Vorbild Nordkoreas zu folgen und den Atomwaffensperrvertrag aufzukündigen.

Sollten auch nach Ablauf der Oktoberfrist Unklarheiten über das Atomprogramm des Iran bestehen, dürfte die IAEA dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen Bericht erstatten. Dieser könnte dann Sanktionen gegen das Land verhängen.

Asefi sagte, der Iran wolle Atomwaffen weder herstellen noch benutzen. Wie Diplomaten in der vergangenen Woche sagten, haben IAEA-Inspektoren im Iran zum zweiten Mal Spuren waffentauglichen Urans gefunden. Der Iran hat erklärt, die Spuren seien auf Verseuchungen zurückzuführen, die durch importierte Ausrüstungen entstanden seien.

„Es ist unsere Überzeugung, dass wir Iran jetzt ein klares aber respektvolles Signal geben sollten, dass eine engere Zusammenarbeit mit der IAEA nötig ist“, sagte Putin auf dem Landsitz des US-Präsidenten in Camp David. Bush sagte, es das gemeinsame Ziel sicherzustellen, dass der Iran nicht über Atomwaffen verfüge. Russland hat mit dem Iran einen Vertrag im Wert von 800 Millionen Dollar abgeschlossen, um ein als zivile Atomanlage bezeichnetes Werk zu errichten.

Putin sagte, Russland habe weder im Iran noch woanders die Absicht, in irgendeiner Art und Weise zum Bau von Massenvernichtungswaffen beizutragen. „Ich möchte versichern, das wir die Bestimmungen des Atomwaffensperrvertrages eindeutig erfüllen, weil dies natürlich in unserem nationalen Interesse ist“, sagte Putin.

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