Teherans Ölindustrie verwundbar
Saudis drohen Iran mit der Ölwaffe

Saudi-Arabien droht Iran: Sollte das Teheraner Regime weiter die schiitischen Glaubensbrüder im Nachbarland Irak unterstützen, werde man den Ölhahn voll aufdrehen und mit einem starken Verfall des Ölpreises der iranischen Wirtschaft schweren Schaden zufügen.

BERLIN/TEHERAN. Der enge US-Verbündete in Riad wirft dem Mullah-Regime vor, schiitische Milizen hochzurüsten, um die Lage beim Nachbarn massiv zu destabilisieren.

Die Mullahs und die Scheichs kämpfen erbittert um die Vorherrschaft im Nahen und Mittleren Osten. Dabei ist Saudi-Arabien der Vorreiter für die Mehrheit der sunnitisch-islamischen Araber. Iran vertritt die Schiiten, die in Persien und dem Irak die Bevölkerungsmehrheit sowie in den meisten Ölfürstentümern die Minderheit stellen. Zugleich ist der Kampf zwischen beiden Regionalmächten ein Stellvertreter-Krieg, da die Saudis die engsten Verbündeten der USA in der Region sind und Iran der erbittertste Gegner der Amerikaner.

„Als maßgebliche Wirtschaftsmacht, als Geburtsstätte des Islam und als De-facto-Führungsmacht aller Sunniten, die 85 Prozent aller Moslems der Welt ausmachen, hat Saudi-Arabien sowohl die religiöse Verpflichtung wie die Mittel, im Irak einzugreifen“, schrieb der saudische Regierungsberater Nawaf Obaid kürzlich in einem Meinungsartikel für die „Washington Post“. Darin drohte er mit einem massiven Eingreifen Riads im Irak zu Gunsten der Sunniten, falls Teheran sich im Nachbarland weiterhin auf schiitischer Seite einmischen und die USA ihre Truppen aus dem Irak abziehen sollten. Interessant war diese als Meinungsäußerung vorgetragene Positionsbestimmung vor allem, da sie im Umfeld des Besuchs von US-Vizepräsident Dick Cheney in Riad stattfand.

Als Reaktion darauf hatte Irans Sicherheitsrats-Sekretär Ali Laridschani auf einer Konferenz in Dubai vor Vertretern arabischer Staaten gefordert, diese sollten den Vereinigten Staaten ihre Militärbasen in der Region schließen: „Wir akzeptieren die Beziehungen der USA zu den Ländern der Region nicht“, sagte Laridschani laut einem Bericht der „Iran daily“. Die Sicherheit in der gesamten Region solle von allen Ländern dort gewährleistet werden und nicht durch fremde Truppen.

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