Telefongespräch mit Xi: Trump bekennt sich zu Ein-China-Politik

Telefongespräch mit Xi
Trump bekennt sich zu Ein-China-Politik

Jetzt doch: US-Präsident Donald Trump hat in einem Telefongespräch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über die Ein-China-Politik gesprochen. Dabei versprach er, sie zu „ehren“.
  • 3

WashingtonDie Vereinigten Staaten wollen die Ein-China-Politik ihres Landes auch unter einem US-Präsidenten Donald Trump befolgen. Er habe dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Donnerstagabend (Ortszeit) in einem Telefongespräch zugesagt, die Richtlinie zu „ehren“, teilte das Weiße Haus mit. Trump habe auf Nachfrage von Xi zugestimmt, hieß es. Das Gespräch sei „extrem herzlich“ gewesen.

Zuvor hatte das staatliche Fernsehen in China bekanntgegeben, Trump und das Staatsoberhaupt hätten zum ersten Mal seit der Vereidigung Trumps telefoniert. In der Vergangenheit hatte China die Vorstöße des US-Präsidenten im Zuge der Ein-China-Politik immer wieder scharf zurückgewiesen. Diese sei untrennbar von den Beziehungen zur Volksrepublik. Xi begrüßte Trumps Äußerung und sagte, China sei zur Zusammenarbeit für gegenseitigen Vorteil bereit.

Trump hatte nach seinem Wahlsieg zum Ärger Chinas mit Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen telefoniert. China betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz und besteht darauf, dass es nur diplomatische Beziehungen zu Ländern unterhält, die keine offiziellen Kontakte zu Taiwan haben.

Trump sagte im Dezember, er fühle sich an die von seinen Vorgängern seit 1979 verfolgte Ein-China-Politik nicht gebunden, falls die Volksrepublik in Handelsfragen und auf anderen Gebieten keine Zugeständnisse mache. Er warf China vor, sich durch Währungsmanipulationen Handelsvorteile zu verschaffen und drohte mit einer 45-Prozent-Steuer auf chinesische Importe. Außerdem kritisierte Trump, dass China künstliche Inseln im Südchinesischen Meer aufschütte und zu wenig gegen Nordkoreas Atomprogramm unternehme. Die Kritik Chinas am Trumps Vorgehen blieb eher zurückhaltend.

Nach Trumps Amtsantritt registrierten Beobachter in der Volksrepublik, dass der US-Präsident seine offiziellen Glückwünsche zum chinesischen Neujahrsfest erst mit tagelanger Verspätung abschickte und mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs telefonierte, zunächst aber nicht mit Xi.

Auf die Frage, ob die Bestätigung der Ein-China-Politik Vorbedingung für das Telefonat zwischen Trump und Xi gewesen sei, wollte der chinesische Außenamtssprecher Lu Kang am Freitag nicht direkt antworten. Er sagte nur, das Ein-China-Prinzip sei die Grundlage der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Tsais Sprecher Alex Huang sagte, Taiwans Regierung schätze die USA als wichtigsten Verbündeten und sei dankbar dafür, dass Washington dem Land in den vergangenen Tagen seine Unterstützung zugesichert habe.

Die Asien-Spezialistin der Washingtoner Denkfabrik Center for Strategic and International Studies, Bonnie Glaser, nannte das jetzt zustande gekommene Telefonat einen wichtigen Schritt. „Es macht den Weg frei für den Einsatz der US- und der chinesischen Regierungen bei einer langen Reihe von Themen“, sagte sie. Möglicherweise habe ein wichtiges Kabinettsmitglied Trump davon überzeugt, dass die Ein-China-Politik sich nicht als Verhandlungsgegenstand eigne. Auch für Taiwan sei das eine Erleichterung.

Der frühere Chef der US-Handelskammer in China, James Zimmerman, warf Trump vor, sich mit Drohungen in fundamentalen Fragen gegenüber China selbst geschadet zu haben. „Das Endresultat ist, dass Trump der Welt nur gezeigt hat, dass er ein Papiertiger ist“, sagte er.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Telefongespräch mit Xi: Trump bekennt sich zu Ein-China-Politik"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich

  • Selbstverständlich gibt es nur ein nur ein China.

    Aber die Insel, die die VR China beansprucht gehört nicht dazu. Sie heißt Taiwan und ist ein souveräner, eigener Staat.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%