Telefonleitung gekappt Nordkorea redet jetzt offen von Krieg

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nehmen weiter zu. Nordkorea trennt auch die letzte Kommunikationsverbindung zum Süden und droht Südkoreas Präsidentin. Ein Krieg, so das Regime, könne jederzeit ausbrechen.
Update: 27.03.2013 - 19:19 Uhr 24 Kommentare

Nordkorea versetzt Militär in Kampfbereitschaft

SeoulNordkorea hat seine Kriegsrhetorik gegenüber dem Süden und den USA erneut verschärft. Ein Krieg könne jeden Moment ausbrechen, sagte ein Militärsprecher am Mittwoch der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Daher werde auch die letzte noch bestehende Kommunikationsverbindung zwischen dem Norden und Süden auf der koreanischen Halbinsel gekappt. Das US-Verteidigungsministerium kritisierte die Äußerungen als provokant und nicht konstruktiv.

Nordkorea hatte bereits zuvor Anrufe über eine Leitung mit den im Grenzgebiet zur Überwachung des Waffenstillstands stationierten US-Truppen nicht mehr beantwortet. Vor mehr als zwei Wochen hatte Nordkorea bereits eine Rot-Kreuz-Leitung gekappt. Die letzte Verbindung besteht zwischen dem nord- und südkoreanischen Militär. Genutzt wird sie etwa für das Industrieprojekt in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong und für die Regelung des damit verbundenen Pendelverkehrs.

In der Sonderwirtschaftszone arbeiten mehr als 50.000 Nordkoreaner in südkoreanischen Fabriken. Inwieweit die Leitungstrennung den Pendelverkehr treffe, müsse bis zum nächsten Morgen abgewartet werden, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul.

Die Verbindungen zwischen den Streitkräften beider Länder würden getrennt und die Aktivitäten des Verbindungsbüros an der Westküste ab sofort eingestellt, hieß es laut den nordkoreanischen Staatsmedien in einer Mitteilung des Delegationsleiters für die Militärgespräche mit Südkorea.

Nordkorea wandte sich am Mittwoch auch an Südkoreas neue Präsidentin Park Geun Hye. Sie möge „ihre Zunge im Zaum halten“, zitierte KCNA des nordkoreanischen Ausschusses für Friedliche Wiedervereinigung. Unklar war, ob der Sprecher auf bestimmte Äußerungen der Präsidentin reagierte.

Die Spannungen zwischen dem kommunistischen Nordkorea auf der einen und Südkorea und den USA auf der anderen Seite hatten sich in den vergangenen Wochen verschärft. Nordkorea drohte den USA mit einem atomaren Erstschlag. Zuvor hatte es einen erneuten Atomtest ausgeführt, auf den die Vereinten Nationen mit schärferen Sanktionen reagierten. Die beiden koreanischen Länder befinden sich seit dem Krieg von 1950 bis 1953 formal noch im Kriegszustand.

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  • rtr
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24 Kommentare zu "Telefonleitung gekappt: Nordkorea redet jetzt offen von Krieg"

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  • Ein Krieg ist politisch und militaerisch keine wirkliche Evolution. Vielmehr ist ein Weg zu besserer Zusammenarbeit gefragt. Sicher wurde durch Sanktionen keinerlei Ziel zur wirksamen Aneinanderfuehrung 2er Staaten angeebnet. Nordkorea moechte ein Ende von Isolation und Ausgrenzung.
    Man sollte einmal darueber nachdenken ob die Millionen fuer die Tarnkappenbomber besser fuer Schulen, Ausbildung und Soziales in Nordkorea ausgegeben werden sollten.
    Und was hier alles unter dem Tisch laeuft kann man nur erahnen.
    Ueber den Zeitraum von 3 Monaten sollten Bilaterale Gespraeche den Streit beilegen. Vieleicht ist auch alles nur eine Frage der Chippreise die wieder einmal zu tief sind und fuer neue Turbulenzen an den Boersen sorgen sollen. Also nicht zu sehr auf die Bombem schauen sondern auf Halbleiterwerte. Es profitieren einige, auch China.

  • Ein gut gewählter Zeitpunkt, Europa ist mit der Zypern Krise beschäftigt, die westliche Welt feiert das Osterfest , China hat einen neuen Präsidenten . Wenn dürfte ein Angriff über die Feiertage geschehen . Aber ich hoffe mal das dieser Despot nur Droht , denn er könnte die Welt in einen 3 ten Weltkrieg führen.

  • Einfach blind draufhalten und genug Munition vorrätig haben. Das hat schon im 1. und 2. WK funktioniert und in jedem anderen Krieg in dem Amerikaner mitgewirkt haben.

  • Ist ziemlich wurscht, ob die Amis das eventuell wollen könnten. In dem Augenblick wo die Amis eine Atombombe schmeißen sind China und Japan Seite an Seite gegen Amerika im Krieg. Von Korea und den Amis dort bleibt dann nichts mehr übrig...


  • Es wird keinen Krieg geben, solange der "geliebte Führer" mit dem einzigen Fernglas in die Welt guckt, denn wie sollen die Nordkoreaner ohne Fernglas das Ziel ausmachen?

  • Na dann, frohe Ostern.

  • Hallo Sejonara...wenn US Truppen massiv militärisch angegriffen werden, wird die USA ob konventionell, oder nuklear??, massiv antworten und sich dabei nicht sehr um die Interessen und Wünsche anderer Staaten scheren.

    Für die Chinesen ist ein wiedervereintes, westliches Korea so gräuslich wie es ein wiedervereintes, westliches Deutschland für Russland und Frankreich war. Ob eine solche Wiedervereinigung aufgrund eines konventionellen Krieges, eines nuklearen Krieges, oder friedlich erfolgt ist meines Erachtens für die Chinesen nicht erheblich.

    Ich meine dass China die Kontrolle über Nordkorea weitgehend verloren hat und nach einer Lösung sucht um den Einfluss auf sein Nachbarland zurück zu gewinnen und dieses von einem Krieg abzuhalten.

    Vandale

  • wir werden wohl an Ostern von den gewünschten Ereignissen überrascht werden?

  • Und gleichzeitig dem IRAN vorwerfen dass Sie Atombomben bauen.
    Selbst wenn IRAN das tut (wovon ich ausgehe), wäre es dann wirklich gerechtfertigt.

  • Der Hund der bellt beißt nicht.

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