Tempelberg in Jerusalem
Muslimische Geistliche gestatten Gläubigen Rückkehr

In der Tempelberg-Krise zeichnet sich eine Beruhigung ab. Die muslimische Führung in Jerusalem rief zu einer Rückkehr der Gläubigen in die Al-Aksa-Moschee auf. Das beendet einen zweiwöchigen Boykott der heiligen Stätte.
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Jerusalem In der seit Tagen anhaltenden Tempelberg-Krise zwischen Israel und Muslimen zeichnet sich eine Entspannung ab. Nachdem Israel am Donnerstagmorgen weitere Sicherheitsmaßnahmen in der Nähe der heiligen Stätten von Jerusalem rückgängig machte, gestatteten Spitzenvertreter der muslimischen Gemeinde den Gläubigen eine Rückkehr zur Al-Aksa-Moschee, die sich auf der Anhöhe im Herzen von Jerusalems Altstadt befindet.

Bereits die Nachmittagsgebete am Donnerstag sollten wieder in der Al-Aksa-Moschee abgehalten werden, wie der Vorsitzende des Obersten Islamischen Komitees in Jerusalem, Ikrema Sabri, ankündigte. Gemeinsam mit den weiteren muslimischen Spitzen rief er die Menschen in der Umgebung auf, „massenhaft“ in die Moschee zu kommen.

Israel hatte am Donnerstagmorgen weitere Sicherheitsmaßnahmen in der Nähe der heiligen Stätte entfernt, die im Zuge eines tödlichen Angriffs auf israelische Polizisten Mitte Juli installiert worden waren. Eine Metallbrücke wurde ebenso abgebaut wie Geländer, die jüngst an Zugängen zu der Anhöhe installiert worden waren. Das Entfernen führte dazu, dass Tausende Palästinenser in den Straßen feierten. Einige von ihnen zündeten Feuerwerk. Zuvor hatten die israelischen Behörden bereits Metalldetektoren abgebaut.

Die Muslime hatten die Rücknahme dieser Maßnahmen gefordert. Tausende Palästinenser hatten aus Protest gegen die Sicherheitsvorkehrungen in den Straßen außerhalb der Stätte gebetet, nachdem ihre religiösen Anführer das von ihnen gefordert hatten. „Wir werden die Moschee nicht betreten, bis diese Dinge umgesetzt worden sind“, hatte Sabri am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP gesagt.

Gerade wegen der Freitagsgebete hatte es Sorgen vor erneuten Zusammenstößen gegeben. Die rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben für diesen Freitag zu neuen Protesten gegen Israel aufgerufen. Die Fatah von Präsident Mahmud Abbas forderte am Mittwoch einen „Tag des Zorns in ganz Palästina“, während die im Gazastreifen regierende Hamas zu Demonstrationen im Westjordanland aufrief.

Es war zunächst unklar, ob die Organisationen ihren Aufruf nach den Entwicklungen zurückziehen wollten. Einer der Anführer der Hamas, Issat Rischek, schrieb am Donnerstag auf Twitter, die Palästinenser hätten durch Israels Entfernen der Sicherheitsvorkehrungen einen „historischen Sieg“ errungen. Auch in der Erklärung der muslimischen Anführer war von einem „Sieg“ die Rede.

Den Tempelberg bezeichnen die Muslime als Edles Heiligtum. Die Anhöhe gilt für sie nach Mekka und Medina als heiligste Stätte ihres Glaubens. Sie hatten die israelischen Sicherheitsmaßnahmen als Versuch gewertet, sich eine größere Kontrolle über die Hochfläche anzueignen, die auch den Juden heilig ist. Aus Protest hatten Muslime ihr Freitagsgebet in der vergangenen Woche auf den Straßen verrichtet. Bei anschließenden Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften wurden drei Palästinenser erschossen. Später erstach ein Palästinenser drei jüdische Siedler.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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