Terror-Angst in Amerika: „Was geht hier vor?“

Terror-Angst in Amerika
„Was geht hier vor?“

Ermittler und Medien haben nach den Bomben von Boston eine atemlose Jagd nach den Tätern begonnen. Dabei wurden Berichte verwechselt, gemeldet und dementiert. Doch der Täter bleibt auf der Flucht.

New YorkSeit am Montag in Boston zwei Bomben 180 verletzt, und drei getötet haben, kommen die USA nicht zur Ruhe. Tausend Ermittler sind im Einsatz, um den Täter zu finden. Und am Mittwoch schien es für eine Stunde lang so, als hätten sie ihn. Auf CNN, FOX News und in Printmedien sagten, ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Doch die Behörden dementierten bald, die Sender ruderten zurück. Am Abend war klar, dass das FBI ein „Gesicht, aber keinen Namen hatte“, wie es ein Journalist von NBC ausdrückte. Auf Überwachungsvideos soll ein Verdächtiger identifiziert worden sein. Auf den Videos sei ein Mann entdeckt worden, der vor den Explosionen eine Tasche am Tatort abgestellt habe.

Das FBI äußerte sich dazu nicht. Ein Briefing über den Stand der Ermittlungen wurde mehrmals verschoben und schließlich abgesagt.

Doch das war nicht alles: Dazu kamen Berichte von verdächtigen Paketen in Washington und mit Gift versetzen Briefe. Einer davon war an US-Präsident Barack Obama adressiert und wurde abgefangen. Am Abend meldeten Medien, eine Person sei im Zusammenhang verhaftet worden. Das FBI betonte, dass die Briefe nichts mit den Bomben in Bosten zu tun haben. Doch der zeitliche Zusammenhang stürzt die Nation in tiefe Verunsicherung. Sicherheitsbehörden in ganz Amerika sind in Alarmbereitschaft.

„Geht hier irgendetwas vor?“, fragte die CNN-Reporterin bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus Obamas Sprecher Jay Carney. Seine Antwort: „Das können nur die Ermittler von FBI und Secret Service beantworten“. In Metropolen wie New York, Washington und Los Angeles marschiert die Polizei auf, die Sicherheitsvorkehrungen in Bahnhöfen und Regierungsgebäuden wurden verstärkt, ein Passagierflugzeug musste auf dem Rollfeld umkehren.

Das FBI bestätigte gegen Mittag, dass ein an Obama gerichteter Brief offenbar die hochgiftige Substanz Rizin enthielt. Bereits am Dienstag habe man den Brief außerhalb des Weißen Hauses abgefangen. Laut FBI deuten erste Untersuchungen auf Rizin hin, es werde aber noch weitere Tests geben. Dabei handelt es sich um einen der giftigsten Eiweißstoffe, die in der Natur vorkommen. Inhaliert können schon geringste Mengen einen Erwachsenen töten.

Doch damit nicht genug: Am Mittwoch wurden zudem in Washington ein Verwaltungsgebäude des Kongresses teilweise geräumt, nachdem Mitarbeiter nicht identifizierte Pakete entdeckt hatten. Die Polizei hat laut CNN einen Mann festgenommen, der in einem Abgeordnetenbüro einen versiegelten Brief abgegeben habe. In Boston wurde das Bundesgericht evakuiert.

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