Terror-Angst vor Olympia

Putin macht Sotschi zum Sperrgebiet

Wird die Olympiade des Sports zur Olympiade des Terrors? Die Anschläge von Wolgograd schüren die Angst vor Attentaten während der Spiele. Die Folge: Sotschi wird Hochsicherheitstrakt. Und sogar die USA bieten Hilfe an.
Update: 30.12.2013 - 20:11 Uhr 7 Kommentare

„Ministerium für Katastrophenschutz in Alarmbereitschaft“

DüsseldorfWaldimir Putin sehnt den 7. Februar herbei: Dann eröffnen im russischen Sotschi die Olympischen Winterspiele. Das Sportspektakel ist das große Prestigeprojekt des Präsidenten. Die ganze Welt wird auf Russland schauen. Doch der Doppelanschlag von Wolgograd setzt den Kremlchef unter Druck. Denn plötzlich beschäftigt Sportler, Politiker, Funktionäre vor allem eine Frage: Wie sicher sind die Spiele?

Die beiden Selbstmordattentäter, die am Sonntag und Montag mindestens 30 Menschen mit in den Tod rissen, haben aus Sicht der Terroristen ganze Arbeit geleistet. „Hier ist ein perfektes Szenario des Terrors geliefert worden“, sagt Rolf Tophoven, Chef des Instituts für Krisenprävention, im Gespräch mit Handelsblatt Online. „Putin wurde deutlich gemacht: Wir können immer und überall zuschlagen. Die Botschaft an die Sotschi-Besucher lautet: Bleibt weg, denn es kann etwas Schlimmes passieren. Und nicht zuletzt sorgen die Anschläge dafür, dass der Blick der Weltöffentlichkeit wieder auf den Nordkaukasus gelenkt wird.“

Denn dort werden die Drahtzieher der Attentate vermutet. „Banditen“ wie Islamistenführer Doku Umarow schickten „unter der Flagge des Dschihad“ (Heiligen Krieges) immer neue Kämpfer in einen „Terrorkrieg“, teilte das Außenministerium in Moskau am Montag mit. „Wir werden unseren Kampf gegen einen bösen Feind konsequent fortsetzen“, kündigte das Ministerium an. Die Anschläge seien mit Terrorattacken in Syrien, Afghanistan oder im Irak vergleichbar.

Im Sommer hatte der tschetschenische Islamistenführer Umarow per Drohvideo zu Attentaten aufgerufen, um die Olympischen Spiele zu torpedieren. Diese seien ein „teuflischer Tanz auf den Knochen unserer Vorfahren“, sagte er in Anspielung auf die Eroberung der Schwarzmeerküste durch die Armee des Zaren im 19. Jahrhundert. Umarow führt nun einen terroristischen Kampf gegen Russland und sagt, das Hauptziel der tschetschenischen Rebellen sei die Unabhängigkeit. Die jüngste Anschlagserie ist laut Tophoven in diesem Kontext zu sehen.

Die Folge: „Sotschi wird zu einem Hochsicherheitstrakt“, sagt der Terrorismusexperte. Russland hat bereits angekündigt, während der Spiele der terroristischen Bedrohung mit martialischen Sicherheitsvorkehrungen begegnen zu wollen. Sportler und Gäste der ersten russischen Olympischen Winterspiele müssen sich daher auf Heerscharen von Uniformierten einstellen. Zivilschutzminister Wladimir Putschkow kündigte eine Mannschaftsstärke von 23.000 Einsatzkräften an. Das Innenministerium hatte zuvor mitgeteilt, 37.000 Uniformierte abzustellen.

„Die Anforderungen an die Sicherheit sind bei uns noch höher als die internationalen Standards“, sagte Putschkow der Agentur Interfax zufolge. „Ich kann versichern, dass alle Fragen der Sicherheit, des Schutzes vor Bränden, vor Notfällen wegen Naturkatastrophen oder aus technischen Gründen, vor Risiken jeder Art in Sotschi auf dem höchsten Niveau erfüllt werden“, sagte der Minister. Der Zivilschutz sei für die Sicherheit aller olympischen Anlagen verantwortlich. Im ganzen Süden Russlands seien die Krisenstäbe in allen Einsatzzentren modernisiert worden.

Spezielle Zuschauerpässe
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7 Kommentare zu "Terror-Angst vor Olympia: Putin macht Sotschi zum Sperrgebiet"

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  • Was die Israelis in Dubai mit einem Terroristen angestellt haben, bekommen sicherlich auch ein paar KGB-Killer in Saudi-Arabien bei den Hauptfinanciers des islamistischen Terrors hin.
    Blöd, wenn man so etwas auch noch gegenüber Putin verlauten lässt:
    "Demnach sagte Bandar in Sultan zu Putin:
    „Ich kann Ihnen garantieren, die Olympischen Winterspiele im kommenden Jahr zu schützen. Die tschetschenischen Gruppen, die die Sicherheit der Spiele gefährden, werden von uns kontrolliert.“"
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/31/schmutzige-deals-worum-es-im-syrien-krieg-wirklich-geht/
    Mit Putin würde ich mich lieber nicht anlegen, auch nicht, wenn ich die USA als Schutzmacht hinter mir habe...

  • Lasset die Spiele beginnen, am Ende könnte es ein Land weniger auf der Landkarte geben!
    http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/energy/oilandgas/10266957/Saudis-offer-Russia-secret-oil-deal-if-it-drops-Syria.html

  • @Novaris: Richtig!

    Die "Kontrolle" hat nicht zu Gunsten der Russen stattgefunden, da Putin sich in der Syrien-Frage nicht so bewegt hat wie die USA und Saudi Arabien es wollten. Daher hat man die Terroristen nun losgelassen.

    Ist alles recht einfach zu durchschauen wenn man die gewaschenen Medien nicht verfolgt sondern die realen Nachrichten in der Welt :-)

  • @Harald, das könnte zutreffen !

    Artikel unter :

    http://www.zerohedge.com/news/2013-08-30/dont-show-obama-report-about-who-really-behind-syrian-chemical-attacks

    Ein Ausschnitt :

    -----As an example, I can give you a guarantee to protect the Winter Olympics in the city of sochi on the Black Sea next year. The Chechen groups that threaten the security of the games are controlled by us …...

    (z.B., kann ich ihnen die Garantie für die Sicherheit der Winterolympiade in Sotschi am Schwarzen Meer im nächsten Jahr geben.
    Die tschetschenische Gruppe, welche die Sicherheit der Spiele bedroht, steht unter unserer Kontrolle)

    Offenbar hat die Kontrolle nicht funktioniert oder wurde nicht ausgeübt .... aus welchen Gründen auch immer.

  • Wer die Nachrichten aufmerksam verfolgt hat weiß, das Saudi Arabien diesen Terror finanziert! Tip: Es hat was mit Syrien und einer Pipeline zú tun. Blöd nur, dass Putin nicht in die Falle der USA getappt ist ;-)

  • Das einzige was helfen könnte wäre eine angemessene Besteuerung der IOC-Gewinne, dann würde diese Sportmafia ausbluten.

  • Die Frage, die alle beschäftigen sollte, lautet "Wer sind die Tscherkessen, was ist ihnen im 19. Jahrhundert widerfahren, warum schweigt die deutsche Öffentlichkeit hierzu bisher weitgehend, und wie nehmen wir mit Herstellung von historischer Gerechtigkeit Extremisten wie Umarov die Argumente weg und den Wind aus den Segeln?"

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