Terror
"Entscheidender Schlag gegen die Eta"

Der mutmaßliche Militärchef der baskischen Terror-Organisation Eta ist in Südfrankreich festgenommen worden. Er soll Drahtzieher eines tödlichen Anschlags auf zwei Mitglieder der spanischen Guardia Civil im Dezember vergangenen Jahres gewesen sein.

HB MADRID/PARIS. Der 35-jährige Mikel Garikoitz Aspiazu Rubina, bekannt unter dem Tarnnamen „Txeroki“, wurde am Montag von einem Sonderkommando der französischen und spanischen Sicherheitskräfte im Skiort Cauterets in der Nähe der Wallfahrtsstätte Lourdes in den Pyrenäen gefasst. Er hatte in Spanien als der meistgesuchte Terrorist gegolten und in den Fahndungslisten der Polizei an oberster Stelle gestanden.

„Dies ist ein entscheidender Schlag gegen die Eta“, sagte der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy meinte, die Festnahme zeige die „ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Spanien im Kampf gegen den baskischen Terrorismus“.

Zusammen mit dem Eta-Führer wurde eine Frau festgenommen, die nach Angaben der spanischen Ermittler als die mutmaßliche Eta-Terroristin Leire López Zurutuza identifiziert wurde. Txeroki und seine Komplizin seien bewaffnet gewesen, teilte die Polizei mit. Die Beamten seien in eine Wohnung in Cauterets eingedrungen, in der sich das Paar aufgehalten hatte.

Txeroki soll seit gut vier Jahren der Chef der Kommandos der Eta und damit der direkte Verantwortliche für die Organisation und die Befehlsgebung an die Terrorzellen gewesen sein. Nach Angaben des spanischen Innenministers Alfredo Pérez Rubalcaba steht der 35-Jährige auch im Verdacht, an der Ermordung von zwei spanischen Polizisten in der französischen Stadt Capbreton am 1. Dezember 2007 beteiligt gewesen ist.

Der Eta-Militärchef gilt als Verfechter einer harten Linie in der Separatistenorganisation. Er gab nach Erkenntnissen der Ermittler den Befehl zu dem Autobombenanschlag im Dezember 2006 auf den Madrider Flughafen. Damals wurden zwei Menschen getötet. Mit dem Anschlag durchbrach die Eta damals ihre „Waffenruhe“ und machte in Spanien die Hoffnungen auf eine Friedenslösung für das Baskenland und auf ein Ende des Terrors zunichte. Vor seinem Aufstieg zum Militärchef der Eta soll Txeroki der Terrorzelle der Eta in der Gegend von Bilbao angehört und an mehreren Anschlägen der Organisation beteiligt gewesen sein.

In Belfast nahm die nordirische Polizei am Montag den früheren Eta-Terroristen José Ignacio de Juana Chaos fest, der in Spanien vor drei Monaten nach Verbüßung seiner Strafe aus der Haft entlassen worden war. Die spanische Justiz legt dem 52-Jährigen zur Last, bei seiner Haftentlassung den Terror der Eta öffentlich gebilligt zu haben. De Juana hatte in den 80er Jahren als einer der gefährlichsten Terroristen der Eta gegolten. 1989 wurde er wegen der Tötung von 25 Menschen zu mehr als 3000 Jahren Haft verurteilt. Diese Strafe galt aufgrund des spanischen Rechtssystems im August 2008 als verbüßt.

Die Eta kämpft mit den Mitteln des Terrors für einen unabhängigen baskischen Staat. Bei Anschlägen der Organisation wurden seit 1968 mehr als 800 Menschen getötet.

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