Terror im Irak und in Syrien
Druck auf IS-Terrormiliz steigt

Teilerfolg im Kampf gegen den IS: Zwar kontrolliert die Terrormiliz noch immer riesige Gebiete im Irak und in Syrien. Bagdad beginnt nun aber eine Offensive. Im Nachbarland erleiden die Extremisten eine Niederlage.
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BagdadDer Druck auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien steigt: Die irakische Armee begann eine Offensive, mit der sie die strategisch wichtige Stadt Tikrit befreien will. Der Feldzug gilt als Test, ob die irakischen Streitkräfte in der Lage sind, die Extremisten aus einer großen Stadt zu vertreiben. Im Nordosten des Nachbarlandes Syrien erlitten die Dschihadisten zugleich eine empfindliche Niederlage gegen kurdische Kräfte.

Zugleich ließen die Extremisten in der Region 28 von mindestens 220 assyrischen Christen frei, die sie Anfang der Woche nordwestlich der Stadt Al-Hassaka in ihre Gewalt gebracht hatten. Ein islamisches Gericht des IS hatte diesen Schritt zuvor angeordnet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Die Verhandlungen über die Freilassung der restlichen Geiseln gingen weiter. Arabische Stammesführer vermittelten in den Gesprächen.

An dem Angriff auf Tikrit sollten 20.000 Mann teilnehmen, zitierte die irakische Nachrichtenseite Al-Mada am Sonntag einen Sprecher der schiitischen Milizen. Die arabische Tageszeitung „Al-Hayat“ meldete, irakische Soldaten, schiitische Milizen sowie Kämpfer sunnitischer Stämme sollten aus drei Richtungen auf die Stadt vorrücken.

Tikrit rund 170 Kilometer nördlich von Bagdad liegt an der strategisch wichtigen Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt und der nordirakischen IS-Hochburg Mossul. Die Regierung plant derzeit mit Hilfe der US-Armee eine weitere Offensive, die Mossul befreien soll. Nur wenn der Feldzug in Tikrit erfolgreich ist, gilt auch der Angriff auf die nordirakische Stadt als wahrscheinlich.

Als Heimatort des früheren Langzeitherrschers Saddam Hussein und Hochburg sunnitischer Regierungsgegner ist Tikrit auch symbolisch wichtig. In der Vergangenheit waren mehrere Versuche der Armee gescheitert, die Stadt wieder unter Kontrolle zu bringen.

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