Terror in Belgien: Explosionen am Flughafen und in der Metro

Terror in Belgien
Explosionen am Flughafen und in der Metro

Bei Explosionen am Brüsseler Flughafen und in der Metro hat es mehrere Tote und Verletzte gegeben. Vor den Detonationen in der Abflughalle des Airports sollen Schüsse gefallen sein, Zeugen berichten von arabischen Rufen.
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BrüsselBei Explosionen am Brüsseler Flughafen Zaventem und in einer U-Bahn-Station sind am Dienstag mehr als zwanzig Menschen getötet worden. Wie ein Sprecher der Feuerwehr der Nachrichtenagentur AFP sagte, starben durch die Explosionen am Flughafen mindestens elf Menschen. In der U-Bahn-Station Maelbeek seien „durch eine sehr starke Explosion“ nach vorläufigen Erkenntnissen etwa zehn Menschen ums Leben gekommen. Eine dritte Explosion habe es nahe der Rue de la Loi im EU-Viertel gegeben.

Die Regionalregierung von Flandern hat den Flughafen nach dem Anschlag, für den die Staatsanwaltschaft einen Selbstmordattentäter verantwortlich macht, evakuiert. Außerdem wurde die Autobahn als auch die Bahnlinie zum Airport gesperrt. Für das Land gilt ab sofort die höchste Terrorwarnstufe. Behörden haben alle Bewohner der belgischen Hauptstadt aufgefordert, an einem sicheren Ort zu bleiben. Zudem wurden bis auf weiteres alle öffentlichen Verkehrsmittel gestoppt sowie Bahnhöfe geschlossen.

Bei der Detonation in der Abflughalle des Airports, in der sich zum Zeitpunkt der Explosionen sehr viele Menschen befunden haben, gab es offenbar mehrere Tote und etliche Verletzte. Der Sender RTBF berichtet unter Berufung auf Krankenhauskreise, bei den Explosionen seien mindestens zehn Menschen getötet und 30 verletzt worden. Die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet wiederum, vor den beiden Explosionen im Flughafen seien arabische Rufe und Schüsse gehört worden.

In der Metrostation Maelbeek – rund 13 Kilometer vom Flughafen und nur 500 Meter vom Sitz der EU-Kommission entfernt – gab es fast zeitgleich ebenfalls eine Explosion, Rauch stieg auf. Der Sprengsatz wurde in einer gerade eingefahrenen U-Bahn ausgelöst. Bilder vom Tatort zeigten einen völlig zerstörten Wagen. Sicherheitskräfte sperrten den Bereich im Stadtzentrum ab.

Nach Augenzeugenberichten ereignete sich die erste Explosion im Flughafen in der Abflughalle im der Nähe der Check-In-Schalter. Unter den Verletzten befänden sich sehr viele uniformierte Mitarbeiter von Brussels Airlines und vom Flughafen Brüssel. Der Sender Sky News in London meldet, eine Explosion habe sich in der Nähe des Schalters der Fluggesellschaft American Airlines ereignet. Fernsehbilder zeigten Rauch aus dem Flughafenterminal aufsteigen, dessen Fenster zersplittert sind. Zeugen berichteten von zwei lauten Explosionen, Menschen flüchteten in Panik aus dem Flughafengebäude.

Der niederländische Reporter Dennis Kranenburg, der zufällig am Brüsseler Flughafen war, berichtete im niederländischen Radio: „Wir kamen gerade an und wollten einchecken. Da war in etwa 30, 40 Meter Entfernung ein riesiger Lichtblitz. Große Brocken von der Decke fielen runter. Jeder fing an zu schreien und die Leute rannten weg.“

Die Flüge zum Brüsseler Flughafen werden nun umgeleitet. Das berichtete der Sender La Première am Dienstag unter Berufung auf die belgische Flugaufsichtsbehörde Belgocontrol. Das Krisenzentrum rief Flugreisende auf, nicht zum Flughafen zu kommen.

Belgien erhöhte nach den Anschlägen die Terrorwarnstufe laut der Regierung auf die vierte und damit höchstmögliche Stufe. Die niederländische Zeitung „Volkskrant“ meldet, dass auch in Holland Sicherheitsstufe erhöht wurde. In den Nachbarländern kommen Krisenstäbe zusammen. EU-Ratspräsident Donald Tusk twitterte: „Die EU gibt Brüssels Solidarität zurück und wird Brüssel, Belgien und Europa helfen, der Bedrohung durch den Terror entgegenzutreten.“

In Brüssel galt bereits seit den Pariser Anschlägen im vergangenen November eine erhöhte Terrorwarnstufe. Mehrere der islamistischen Attentäter stammten aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek, der seitdem im Visier der Ermittler steht. Erst am Freitag war in Molenbeek Salah Abdeslam gefasst worden, der seit den Anschlägen in der französischen Hauptstadt als Mittäter gesucht wurde. Er soll mit mehreren Komplizen weitere Attentate in Brüssel geplant haben.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel

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