Terror in Belgien: Exportschlager Dschihadisten

Terror in Belgien
Exportschlager Dschihadisten

Gefahr im Verzug: Belgien gilt als hochgefährdet für islamistischen Terror. Das kleine Land stellt, auf die Einwohnerzahl gerechnet, die meisten Dschihad-Legionäre für den IS im Nahen Osten. Nun reagiert die Regierung.
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DüsseldorfDas Bild wackelt, der Ton knarrt: Es sind Schüsse und Explosionen, Schreie und Kommandorufe zu hören. Das Youtube-Video versetzt den Zuschauer in Angst und Schrecken. Es soll die missglückte Razzia gegen Terroristen in der belgischen Kleinstadt Verviers zeigen, bei der mindestens zwei Menschen ums Leben kamen.

Knapp zwanzig Kilometer von der deutschen Grenze entfernt offenbarte sich am späten Donnerstagabend ein belgisches Problem mit internationaler Tragweite: Der deutsche Nachbar hat ein Problem mit radikalen Dschihadisten. Aus Belgien stammen besonders viele Legionäre für den Kampf der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien und dem Irak.

Zahlen von „Radio Free Europe“ untermauern diesen Verdacht: Aktuell sollen insgesamt rund 300 Personen mit belgischer Staatsbürgerschaft in Syrien und dem Irak für den IS kämpfen.

Die konservative US-Denkfabrik Brookings geht sogar von bis zu 650 IS-Kämpfern aus Belgien aus. Zum Vergleich: Aus dem acht Mal größeren Deutschland stammt dieselbe Zahl islamistischer Terror-Touristen. Hochgerechnet auf die insgesamt 11,4 Millionen Einwohner des kleinen Landes ist Belgien damit das westeuropäische Land, aus dem die meisten IS-Kämpfer abwandern. 27 Kämpfer pro einer Million Einwohner: In keinem anderen EU-Staat ist ihr Anteil höher.

Allein aus Verviers, einer Stadt mit nur knapp 55.000 Einwohnern, sollen belgischen Medien zufolge etwa zehn Menschen in Terrorcamps ausgebildet worden sein. Einige von ihnen seien erst vor Kurzem zurückgekehrt.

Zwar versichern die belgischen Behörden „rund um die Uhr am Problem der zurückgekehrten Kämpfer“ zu arbeiten. Am Tag nach der Anti-Terror-Aktion war die Unsicherheit in Belgien dennoch spürbar. Die Regierung rief die zweithöchste Terrorwarnstufe aus. Polizeiwachen wurden verbarrikadiert; die jüdischen Schulen in Brüssel und Antwerpen blieben geschlossen. Das Auswärtige Amt rät zu erhöhter Wachsamkeit in Belgien.

Kommentare zu " Terror in Belgien: Exportschlager Dschihadisten"

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  • Noch haben wir Ruhe.
    Ich befürchte aber, dass wir olche Dinge auch bekommen
    Ganz besondrs, nachdem diese Merkel denIslam so aufgewertet hat

  • Islam-Murksel will bestimmt auch ein paar Dschihadisten umsonst haben. Die gehören doch auch zu Deutschland.

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