Terror in Brüssel
Bloß keine Panik!

In Belgien gilt immer noch die höchste Terrorstufe. Doch eine Geisterstadt ist Brüssel deshalb nicht. Die Stadt stemmt sich gegen die Angst. Und doch gibt es Momente der Beklemmung. Unser Korrespondent berichtet.
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Die Polizei hat 16 Verdächtige festgenommen, sagen sie am Morgen im Radio. Salah Abdeslam, der derzeit in Belgien meistgesuchte Terrorist, sei aber nicht darunter. Ob er sich noch in Belgien aufhält? Das ist ungewiss. Ob er Waffen bei sich trägt? Sprengstoff? Das könnte sein. Als ich mich aufs Fahrrad setze, bin ich an diesem Morgen besonders vorsichtig – acht Kilometer vom Stadtrand Brüssels bis in die City liegen vor mir. Und der erste Nachtfrost des Herbstes hat Straßen und Radwege glatt gemacht. Da sollte man aufpassen.

Es ist ein strahlend blauer, klirrend kalter Morgen. Auf den Straßen herrscht weniger Verkehr als gewöhnlich. Die Radler freut es. Wie jeden Morgen kämpfen sie sich zahlreich die Avenue des Tervuren hoch, einen gut ein Kilometer langen Anstieg. Die Tram, die hier entlang fährt, ist leerer als sonst; die Schulen sind geschlossen. Die Schüler freuen sich über einen freien Tag. Stämmige Männer beladen einen Umzugswagen. „Die ersten Bewohner verlassen wegen Terrors die Stadt“, denke ich – und erinnere mich an die Darstellung der deutschen öffentlich-rechtlichen Medien am Abend zuvor.

Die Bilder suggerierten einen Militärputsch oder Schlimmeres. Statements und Kommentare erinnerten mich an den Scheinriesen aus Jim Knopf: Je weiter er weg ist, umso größer sieht er aus. „Bei Euch alles klar? Oder müssen wir uns Sorgen machen?“, heißt es in der SMS eines Freundes aus Bochum. Wohltuend sachlich dagegen die belgischen Medien. Aufklärung, null Panikmache. Verständnis für das Vorgehen der Regierung. Brüssel wäre nicht Brüssel, wenn es auch im Ausnahmezustand nicht vor allem eines gäbe: Normalität. Von Geisterstadt keine Spur.

Entlang der Straßen parken auch an diesem besonderen Montag die Kastenwagen der Handwerker. Sie erneuern Fenster, reparieren Dächer und verlegen Heizungsrohre. Das Café, in dem ich alltäglich meinen Kaffee to go samt Croissant hole, ist voller Menschen. Gedrückte Stimmung? Fehlanzeige. Die Menschen beherzigen offenbar, den Wunsch des Innenminister Jan Jambon, nicht in Panik zu verfallen. „Das ökonomische und soziale Leben muss weitergehen“, mahnte der Minister am Morgen im Sender VRT. Auch die EU-Kommission ist geöffnet. An postierte, schwer bewaffnete Soldaten hat man sich dort länget gewöhnt; seit den Anschlägen auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo gehört Militär im Viertel zum Stadtbild.

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„Wie sieht das aus!?“

Kommentare zu " Terror in Brüssel: Bloß keine Panik!"

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  • Terror in Brüssel.... da läuft aber auch ein Gesocks herum. Zu Multikulti gehören eben auch die Bombenleger aus Kriegsgbieten. Dadurch wird die Welt doch bunter.

    Daher: Bloß keine Panik! Es handelt sich nur um kulturelle Bereicherung.

  • Herr Marc Hofmann@
    Richtig im Kalifat gibt es keine Zentralrat von irgendwem mehr.

  • Der Zentralrat der Juden bekommt langsam die Panik vor den weiterhin unkontrollierten und massenhaft stattfindeten illegalen Einwanderungen aus den Islamischen Gebieten des Nahen- und Mittleren Osten.

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