Terror in Damaskus
Verwirrung um Rolle der Muslimbruderschaft

Nach den Selbstmordanschlägen von Damaskus geht die Suche nach den Verantwortlichen weiter. Angeblich hat sich die syrische Muslimbrüderschaft zu den Anschlägen bekannt - die Opposition bestreitet dies jedoch vehement.
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Kairo/New YorkSyriens Opposition hat Berichte über eine Beteiligung der Muslimbruderschaft an den Selbstmordanschlägen in Damaskus dementiert. Die Aktivisten warfen stattdessen dem Regime von Präsident Baschar al-Assad am Samstag vor, die Webseite der syrischen Muslimbrüder im Internet manipuliert zu haben.

Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach sich die Muslimbrüder auf ihrer Webseite zu den Attacken vom Vortag mit mindestens 44 Toten bekannt hatten. Das wies Syriens Oppositionsbewegung vehement zurück. Auch online war ein solches Bekennerschreiben am frühen Nachmittag nicht zu finden.

Ein Mitglied des Nationalrats der syrischen Opposition in Ankara, Sheikh Anas Airut, äußerte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa den Verdacht, dass Hacker des syrischen Geheimdienstes das vermeintliche Schuldbekenntnis verfasst und auf die Webseite gesetzt haben. Er zitierte den Chef der unter Assad verbotenen Muslimbrüder, Suheir Salem, mit den Worten: „Es gehört nicht zu den Grundwerten der syrischen Muslimbruderschaft, die eigenen Leute zu töten.“

Bei der fast zeitgleichen Explosion zweier Autobomben vor Gebäuden der syrischen Sicherheitskräfte und des Geheimdienstes sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Sana 44 Menschen ums Leben gekommen und weitere 166 verletzt worden. Ärzte in Krankenhäusern sprechen indessen schon von 50 Toten. Es waren die ersten Selbstmordanschläge seit Beginn der Massenproteste gegen das Assad-Regime im März. Die syrische Regierung hatte zuerst das Terrornetzwerk Al-Kaida für die tödlichen Anschläge verantwortlich gemacht.

Unterdessen verurteilte der Uno-Sicherheitsrat hat den jüngsten Gewaltausbruch in der syrischen Hauptstadt Damaskus verurteilt. Es handle sich um „terroristische Anschläge“, die durch nichts zu rechtfertigen seien, hieß es in der am späten Freitagabend verabschiedeten Erklärung. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich zutiefst besorgt über die Eskalation und forderte ein sofortiges Ende des Blutvergießens. Zugleich rief er die syrische Regierung auf, den vor Wochen vereinbarten Friedenplan der Arabischen Liga nun auch umzusetzen. Es müsse der Prozess eines tiefgreifenden politischen Wandels eingeleitet werden, der den Erwartungen der syrischen Bevölkerung auch entspreche.

In Syrien demonstrieren seit neun Monaten Tausende Menschen gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad. Bei der Niederschlagung von Protesten wurden nach Uno-Angaben mehr als 5000 Menschen getötet. Bei der Explosion von zwei Sprengsätzen in Damaskus waren am Freitag 44 Menschen in den Tod gerissen und mehr als 160 verletzt worden. Das Innenministerium sprach von Autobomben und machte die Extremistenorganisation Al-Kaida dafür verantwortlich. Zu dem Doppelanschlag bekannte sich aber zunächst niemand, weshalb Regierungskritiker auch spekulierten, der syrische Geheimdienst könnte hinter den Explosionen stecken, um die Protestbewegung zu diskreditieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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