Terror in den USA
Nachbar von Kalifornien-Attentäter festgenommen

Ein Ex-Nachbar des mutmaßlichen Täter-Paars von San Bernardino muss sich wegen Verschwörung zum Terrorismus verantworten. Er soll die Waffen für das Massaker gekauft haben. Weitere Anschläge waren wohl geplant.

RiversideMehr als zwei Wochen nach dem Anschlag von San Bernardino ist Strafanzeige gegen einen Ex-Nachbar des mutmaßlichen Täter-Ehepaars erstattet worden. Dem 24-Jährigen wird Verschwörung zur Beihilfe von Terroristen vorgeworfen, wie Bundesstaatsanwälte am Donnerstag mitteilten. Ende 2011 soll er zudem mit dem mutmaßlichen Attentäter Syed Farook Anschläge auf ein College und eine Autobahn geplant haben, zu denen es letztlich nicht kam. Zudem wird ihm wegen einer Scheinehe mit einer Angehörigen Farooks Einwanderungsbetrug vorgeworfen.

Dem Verdächtigen Enrique M. wird überdies der illegale Kauf zweier Sturmgewehre zur Last gelegt, mit denen Farook und seine Frau Tashfeen Malik am 2. Dezember in einem Sozialzentrum in San Bernardino 14 Menschen getötet haben sollen. Das mutmaßliche Täter-Ehepaar wurde Stunden später bei einem Feuergefecht mit der Polizei getötet.

M. war ein Nachbar des Paars und ein langjähriger Freund Farooks. Zum Zeitpunkt der Bluttat von San Bernardino arbeitete er Behördenangaben zufolge in einer Bar im Ort Riverside. Eine Rolle bei der Attacke schrieb ihm die Staatsanwaltschaft nicht zu, doch gebe es eine Verbindung durch die von ihm gekauften Waffen und Sprengsätze, die das mutmaßliche Täter-Ehepaar habe einsetzen wollen. „Ein früherer Erwerb der Feuerwaffen und sein anhaltendes Versäumnis, die Behörden über Farooks Absichten zum Massenmord zu warnen, hatte fatale Konsequenzen“, sagte Staatsanwältin Eileen Decker.

Stunden nach der Attacke von San Bernardino soll M. allerdings bei der Polizei angerufen und erklärt haben, dass sein Nachbar seine Waffe eingesetzt habe. Später tauchte er in einer Intensivstation einer Klinik auf und gab an, neun Bier intus zu haben und in die Schießerei „verwickelt“ zu sein. Er wurde dann in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.

Behörden zufolge machte Farook M. vor zehn Jahren mit dem Islam vertraut. Mit ungefähr 16 Jahren sei er konvertiert und habe einen Großteil seiner Zeit im Haus Farooks verbracht, wo er sich „radikalen islamistischen Inhalten“ ausgesetzt habe.

Den Gerichtsakten zufolge räumte der Verdächtige ein, gemeinsam mit Farook Ende 2011 Anschläge auf ein College in Riverside sowie einen als State Route 91 bekannten Autobahnabschnitt geplant zu haben. In dem College, wo das Duo früher selbst studierte, wollte es demnach in einer Bücherei oder einem Café von Obergeschossen Rohrbomben auf versammelte Studentengruppen werfen.

Die Männer hätten zudem einen langen Abschnitt der State Route 91 ohne Ausfahrten ausgeguckt. Dort habe Farook ebenfalls Rohrbomben umherschleudern wollen, um den Stoßverkehr lahmzulegen. Dann habe er die Autobahn entlang gehen und Autofahrer in ihren gestrandeten Wagen erschießen wollen, hieß es.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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