Terror in der Türkei
Hinweise auf IS verdichten sich

Terroristen haben einen der größten Luftverkehrsknotenpunkte der Welt angegriffen. Auf dem Atatürk-Flughafen in Istanbul kommen 41 Menschen ums Leben. Auch die Attentäter sterben. Unter den Opfern sind viele Ausländer.

IstanbulDie Zahl der bei dem Anschlag auf den Istanbuler Flughafen getöteten Menschen ist auf 41 gestiegen. Das Büro des Istanbuler Gouverneurs revidierte am Mittwoch die Zahl von zunächst 36 Opfern nach oben. Auch die Zahl der Verletzten wurde von rund 150 auf 239 Menschen drastisch erhöht. Nach offiziellen Angaben sind unter den Opfern zehn Ausländer sowie drei mit doppelter Staatsangehörigkeit. Deutsche sind nicht darunter.

Am Dienstagabend hatten drei Männer im Flughafen das Feuer eröffnet und sich nach Schusswechseln mit der Polizei in die Luft gesprengt. Es wird vermutet, dass die Extremistenmiliz Islamischer Staat hinter dem Anschlag steckt. Die drei Selbstmordattentäter kamen nach Angaben aus Regierungskreisen ums Leben. Ihre Nationalität ist noch unklar. Bei den ausländischen Todesopfern soll es sich um fünf Saudis, zwei Iraker, einen Tunesier, einen Usbeken, einen Chinesen, einen Iraner, einen Ukrainer und einen Jordanier handeln.

Erste Hinweise deuteten auf den IS, hatte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim in der Nacht zum Mittwoch – nur wenige Stunden nach dem Selbstmord-Attentat von drei Männern – gesagt. Ein türkischer Ermittler erklärte, die Arbeit gleiche einem Puzzle. Derzeit würden die Aufnahmen von Sicherheitskameras gesichtet und Zeugenaussagen ausgewertet.

Zwei Terrorismus-Spezialisten der US-Regierung erklärten, die Art des Angriffs, die an das IS-Attentat auf den Brüsseler Flughafen im März erinnert, spreche für die Extremistenorganisation. Der IS habe in der Vergangenheit „weiche Ziele“ wie zufällig anwesende Passanten angegriffen.

Die Türkei will sich vom Terror nicht irritieren lassen. Dr Luftverkehr ist bereits am frühen Mittwoch wieder aufgenommen worden. Erste Flüge von Turkish Airlines landeten am Morgen. Der Sender CNN Türk berichtete, Reisende könnten inzwischen auch wieder ins Terminal. Der Angriff sorgt allerdings für ein massives Chaos im Flugverkehr.

Turkish Airlines strich für Mittwoch mehr als 340 Flüge. Die Airline bot allen Reisenden mit Buchungen von oder nach Atatürk Airport an, die Flüge kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. In der Nacht waren etliche ratlose Reisende vor dem Flughafen gestrandet, die vor den Terrorangriffen aus dem Terminal geflohen waren.

Nach bisherigen Erkenntnissen hätten die Angreifer zunächst das Feuer eröffnet und sich dann in die Luft gesprengt.

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