Terror in Istanbul
Türkische Regierung sieht keine Sicherheitsmängel

Selbstmordattentäter haben auf dem Atatürk-Airport in Istanbul Dutzende Menschen getötet, darunter viele Ausländer. Die türkische Regierung verdächtigt die Terrormiliz IS – und bestreitet Sicherheitslücken.

IstanbulNach dem verheerenden Terrorangriff auf den Atatürk-Flughafen in Istanbul mit mindestens 44 Toten sieht die türkische Regierung keine Versäumnisse bei der Sicherheit. „Weder im Abflug- noch im Ankunftsbereich am Flughafen kann von einer Sicherheitslücke die Rede sein“, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Mittwoch. Erste Hinweise deuteten auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als Urheber des Anschlags auf dem größten Flughafen der Türkei hin, sagte er. Es war bereits der vierte schwere Anschlag in Istanbul seit Jahresbeginn.

Das Istanbuler Gouverneursamt teilte mit, drei Selbstmordattentäter hätten bei dem Angriff am Dienstagabend 41 Menschen mit in den Tod gerissen. Unter den Opfern sind nach türkischen Angaben mindestens 13 Ausländer. 239 Menschen wurden verletzt, darunter nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt auch eine Deutsche. Gesundheitsminister Recep Akdag sagte am Mittwochnachmittag, 128 Verletzte seien weiterhin in Krankenhäusern, 41 davon auf der Intensivstation.

Yildirim erklärte, die Angreifer hätten zunächst um sich geschossen und sich dann in die Luft gesprengt. Aus türkischen Regierungskreisen hieß es, keiner der drei Attentäter habe die Sicherheitsschleusen zum internationalen Terminal passiert. Augenzeugenberichte und Videos in sozialen Medien deuteten dagegen darauf hin, dass mindestens einer in den Innenbereich gelangte.

Nach Angaben aus türkischen Regierungskreisen handelt es sich bei den getöteten Ausländern um fünf Saudis, zwei Iraker, einen Tunesier, einen Usbeken, einen Chinesen, einen Iraner, einen Ukrainer und einen Jordanier. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, es lägen weiterhin keine Hinweise vor, dass unter den Toten Deutsche seien. Vollständige Gewissheit gebe es hier aber noch nicht. Die Nationalität der Angreifer, die sich in die Luft sprengten, blieb zunächst unklar.

Das Attentat zum Beginn der Feriensaison in Europa dürfte die Krise der Tourismusbranche in der Türkei noch verschärfen. Erst am Dienstag war für Mai ein Rückgang der Besucherzahlen um 34,7 Prozent gemeldet worden, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Die türkische Polizei fahndete nach den Hintermännern des Anschlags. Zunächst übernahm keine Gruppierung die Verantwortung. Der IS hat sich noch zu keinem der ihm in der Vergangenheit zugeschriebenen Anschläge in der Türkei bekannt. Yildirim sagte, die Attentäter seien mit einem Taxi zum Flughafen gefahren.

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