Acht Festnahmen nach Anschlag in Istanbul

Terror in Nachtclub
Acht Festnahmen nach Anschlag in Istanbul

Nach dem Anschlag auf einen Nachtclub in Istanbul sitzt der Schock in der Türkei tief. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat sich zu dem Attentat bekannt. Die türkische Polizei hat acht Personen festgenommen.
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IstanbulNach dem Anschlag auf die beliebte Disco „Reina“ in der Türkei, hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Montag zu dem Angriff bekannt. Ein „Soldat des Kalifats“ sei für die Tat verantwortlich, heißt es in einer im Internet verbreiteten Erklärung. Die Echtheit des Bekennerschreibens ließ sich zunächst jedoch nicht überprüfen. Währenddessen hat die türkische Polizei bei ihren Ermittlungen einem Medienbericht zufolge acht Personen festgenommen. Antiterroreinheiten hätten sie in Gewahrsam genommen, der flüchtige Angreifer sei jedoch nicht unter ihnen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Die Festgenommenen sollten nun im Polizeihauptquartier in Istanbul verhört werden.

39 Menschen sind bei dem Terrorangriff auf eine Neujahrsfeier ums Leben gekommen. Mindestens 26 sind Ausländer, vor allem aus dem Mittleren Osten. Zwei der Todesopfer kamen nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch aus Deutschland. „Wir gehen davon aus, dass zwei der Todesopfer aus Deutschland kamen, das heißt also hier ihren festen Wohnsitz hatten“, sagte ein Sprecher am Montag in Berlin. Einer habe sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit. „Bei dem anderen gehen wir derzeit davon aus, dass er nur türkischer Staatsangehöriger ist.“ Beide hätten in Bayern gewohnt.

Der Sprecher fügte an, dass drei deutsche Staatsangehörige bei dem Anschlag verletzt worden seien. „Sie sind in guter medizinischer Behandlung und außer Lebensgefahr.“ Die Polizei sucht unterdessen weiterhin nach dem mutmaßlichen Attentäter des Blutbades.

Mindestens ein bewaffneter Angreifer war am Sonntagmorgen kurz nach Anbruch des neuen Jahres in den exklusiven Club am Bosporusufer eingedrungen und hatte minutenlang wahllos auf Hunderte von Feiernden geschossen. Dabei hat er einem Zeitungsbericht zufolge mehr als 180 Kugeln auf die Feiernden abgegeben. Der Mann habe sechs Magazine seiner automatischen Waffe geleert, berichtete die Zeitung „Hürriyet Daily News“ am Montag unter Berufung auf die Ermittlungen. Außenkameras zeigten einen in schwarz gekleideten Mann, während die Aufnahmen aus dem Inneren einen Täter zeigten, der offenbar so etwas wie eine Weihnachtsmannmütze trug.

Anschließend habe er sich umgezogen und seine Waffe gereinigt und sie am Tatort zurückgelassen. Dann habe er inmitten der Panik den Club verlassen und sei mit einem Taxi vom Tatort weggefahren. Dem Taxifahrer habe er beim Aussteigen gesagt, er habe kein Geld, um ihn zu bezahlen.

Ermittler untersuchten am Sonntag das Chaos in dem Club, unter anderem waren Stühle und Tische zerborsten. Überprüft wurden unter anderem Kleidungsstücke, die die Partygäste in Panik zurückgelassen hatten.

Bei den Toten handelt es sich um 25 Männer und 14 Frauen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Noch sind nicht alle Opfer identifiziert, elf der bislang identifizierten Toten sind türkische Staatsangehörige, ein weiterer hatte zusätzlich auch die belgische Staatsangehörigkeit. Alle anderen waren Ausländer verschiedener Nationalitäten. Als Herkunftsländer nannte Anadolu Saudi-Arabien (7), Libanon und den Irak (je 3), Tunesien, Marokko, Indien, Jordanien (je 2), Kuwait, Kanada, Israel, Syrien, Russland (je 1).

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  • Linke und Grüne bekämpfen die Arbeit unserer Polizei. Sie soll doch Sexualstraftaten verhindern. Warum stellen sich also diese Frauen nicht kostenlos zur Verfügung?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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