Terror in Nigeria
Boko Haram zeigt Video von entführten Mädchen

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram erpresst die nigerianische Regierung mit einem Video der entführten Schülerinnen. Rebellenführer Abubakar Shekau fordert die Freilassung inhaftierter Terroristen.
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AbujaDie islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat am Montag ein neues Video veröffentlicht, in dem angeblich rund 130 der über 200 in Nordnigeria entführten Schülerinnen zu sehen sind. Der britische Sender BBC zeigte am Mittag Ausschnitte aus dem Filmmaterial, in dem die Mädchen – in lange, typisch muslimische Gewänder (Hijab) gekleidet – auf dem Boden sitzend gezeigt werden. Sie zitieren dabei offenbar Verse aus dem Koran.

Der Chef der Extremisten, Abubakar Shekau, sagte, die Jugendlichen seien zum Islam konvertiert. Sie würden erst dann freigelassen, wenn die Regierung in Abuja alle inhaftierten Mitglieder der Gruppe aus dem Gefängnis entlasse. Eine Reaktion von Präsident Goodluck Jonathan gab es zunächst nicht. Beobachtern zufolge ist das Video ein erstes Zeichen dafür, dass die Islamisten zu Verhandlungen mit der Regierung bereit sind.

Die überwiegend christlichen Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren waren vor einem Monat aus einer Schule verschleppt worden. In einem ersten Bekennervideo hatte Shekau in der vergangenen Woche erklärt, er werde die Geiseln als Sklavinnen verkaufen.

Kämpfer von Boko Haram hatten 276 Schülerinnen verschleppt; 223 werden noch immer vermisst. Vor einer Woche entführte die Gruppe elf weitere Mädchen. Die USA, Großbritannien und Frankreich schickten inzwischen Polizei- und Militärexperten nach Nigeria, um bei der Suche nach den Mädchen zu helfen. Die nigerianische Regierung war unter starken internationalen Druck geraten, weil sie nur zögerlich auf die Entführung reagiert hatte

Die radikalislamische Gruppe Boko Haram, die auch als Taliban Nigerias bezeichnet wird, verübt seit 2009 immer wieder Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen. Allein in diesem Jahr wurden etwa 1500 Menschen bei Angriffen der Gruppe getötet. Das ursprüngliche Ziel von Boko Haram, einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias zu errichten, ist angesichts der Gewalt zunehmend in den Hintergrund getreten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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