Terror in Nigeria
Bombenanschlag reißt viele Menschen in den Tod

Die Islamisten der Boko Haram verbreiten in Afrika Angst und Schrecken. In Nigeria ist ihr blutiger Terrorismus Alltag. Nun sind bei einem Bombenanschlag im Nordosten des Landes zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.
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YolaEin Bombenanschlag im Nordosten Nigerias hat offenbar am Sonntagabend Dutzende Menschenleben gefordert. Der Anschlag trage die Handschrift der Terrorgruppe Boko Haram, sagte ein Sprecher der Polizei im Bundesstaat Adamawa. Er bestätigte die Detonation, konnte jedoch zunächst keine Angaben zur Zahl der Toten oder Verletzten sagen. Sicherheitskräfte seien noch dabei, Opfer zu bergen und ins Krankenhaus zu bringen. Ein Augenzeuge sprach von mindestens 30 Leichen.

Der Anschlag ereignete sich nahe einer Grundschule in der Stadt Mubi. In der Gegend befanden sich auch mehrere Kneipen. Der Anwohner David Dauda sagte, kurz vor der Explosion hätten Bürger ein Fußballfeld in der Gegend verlassen, wo sie ein Sportturnier verfolgt hätten. Der Anschlag ereignete sich, als viele Stadtbewohner auf dem Heimweg waren, weil ab 19 Uhr eine Ausgangssperre gilt. In der Stadt Madagali feuerten mutmaßliche Mitglieder von Boko Haram zudem willkürlich auf Menschen, wie Augenzeugen berichteten. Ob es dabei Todesopfer gab, war zunächst unklar.

Adamawa ist einer von drei Staaten im Norden Nigerias, in denen seit einem Jahr der Notstand herrscht. Diesen hatte Präsident Goodluck Jonathan in einer Reaktion auf zunehmende Anschläge durch Boko Haram in der Region ausgerufen. Allein in diesem Jahr kamen bei Attacken der islamistischen Gruppe mindestens 2000 Menschen um.

Bei einem Überfall auf drei Dörfer in Nordnigeria wurden nach Berichten örtlicher Medien mindestens 42 Menschen getötet. Die Angreifer seien am Samstagmorgen auf Lastwagen mit Sturmgewehren, Benzinbomben und Sprengstoff in die Dörfer Kanari, Wazarde und Gula eingedrungen, berichtete die Zeitung „Vanguard“ am Sonntag. Die Dörfer liegen im Bezirk Gamboru im Bundesland Borno, das an Kamerun grenzt. „Das Schießen dauerte etwa sieben Stunden“, sagte ein Zeuge der Zeitung. Niemand habe sich den Tätern entgegengestellt.

Unterdessen ließ die Boko Haram in Kamerun zwei italienische Priester und eine kanadische Nonne frei, die sie am 4. April in Nordkamerun verschleppt hatte. Sie seien über den Militärstützpunkt Marua in die Hauptstadt Jaunde gebracht worden, berichtete das Staatsfernsehen. Die Freilassung wurde vom italienischen Außenministerium bestätigt. Ob Lösegeld gezahlt wurde, blieb unklar.

Kurz nach der Freilassung der Priester und der Nonnen entbrannte im Norden von Kamerun ein schweres Gefecht zwischen Militäreinheiten und einem Boko Haram-Trupp, in dessen Verlauf mindestens 40 Mitglieder der Terrorgruppe getötet wurden. Nach einem Bericht der Zeitung „The Punch“ hatte die Regierung Kameruns erst vor einigen Tagen die Militärpräsenz im Grenzgebiet zu Nigeria verstärkt, um den Kampf gegen Boko Haram aufzunehmen.

Die für einen islamischen Gottesstaat kämpfende Organisation hat im Bundesstaat Borno Anfang April mehr als 200 christliche Schulmädchen verschleppt und angedroht, sie zu versklaven.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Wieder der friedliche Islam, Wieder schwigen hier unsere Islamunterstützer, wie Hr. Gauck. Aber richtig, dies ist Kulturbereicherung, die wir in Deutschland dringend benötigen! Ich habe am Wochenende gerade gelesen: Eine Pfarrerin ist mit einem Moslem verheiratet, weigert sich zu missionieren und ist für den Islam: Tötet Andersgläubige! Sie sucht also in Tod. Oder Kriminalstatistik: Einbrüche durch Südeuropäer. Wieder nur Vorurteile, weil wir selbst rechtsfreie Räume, wie in Berlin schaffen. Mein Kulturverständnis geht nicht so weit.

  • Der Hintergrund des gesammten Terrors ist, daß Nigeria sehr rohstoffreich ist und diese Rohstoffe offensichtlich nicht unter Kontrolle der USA stellen wollen. Daher muß diese Regierung destablisiert und weggeputscht werden.

    Es ist eine Gaspipeline über Algerien nach Europa in Planung und außerdem hat das Land kürzlich ein Verbrechen die USA begangen und einen Eisenbahnvertrag von 13 Mrd Umfang mit den Chinesen abgeschlossen (die damit die Rohstoffe des Landes für sich erschließen wollen). So etwas kann nicht ungeahndet bleiben.

    Ähnliches läuft auch in anderen afrikanischen Ländern wie z.B. Kenia ab (Eisenbahnlinie durch Chinesen finanziert, soll letztlich bis zum Südsudan gehen).

    Das Ganze wird vom deutschen Boden aus gesteuert (Afrikom in Stuttgart) - was eigentlich laut Grundgesetz verboten sein sollte. Aber es wird ja nicht von Deutschen, sondern von unseren US-Besatzern gemacht. Die sind als Amerikaner ja "exceptionell" - dann ist es ja in Ordnung!

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