Terror in Paris

Islamist Abdelhamid Abaaoud für tot erklärt

Abdelhamid Abaaoud, der als Drahtzieher der Anschläge von Paris gilt, ist tot. Der Islamist kam bei der Razzia in Saint-Denis ums Leben. Doch wer ist der Mann, den die französischen Anti-Terror-Truppen so gejagt haben?
Update: 19.11.2015 - 15:24 Uhr 63 Kommentare

So starb der Terror-Chef von Paris

ParisDer Staatsanwalt machte offiziell, was Frankreichs Anti-Terror-Kämpfer gehofft hatten: Abdelhamid Abaaoud, der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris ist bei dem Einsatz in Saint-Denis vom Mittwoch getötet worden. Ein in der gestürmten Wohnung gefundener Leichnam sei als der des belgischen Islamisten identifiziert worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Es sei allerdings unklar, ob sich Abaaoud selbst in die Luft gesprengt hat oder nicht. Laut der Nachrichtenagentur afp war Abaaoud in vier von sechs in diesem Jahr vereitelten Terroranschlägen in Frankreich involviert gewesen.

Am Mittwochmorgen hatte die französische Polizei eine Wohnung in Saint-Denis nördlich von Paris ins Visier genommen, wo Abaaoud zusammen mit weiteren Verdächtigen vermutet wurde. Bei der Razzia am frühen Morgen gab es heftige Feuergefechte und Explosionen. Bilanz des siebenstündigen Einsatzes: zwei Tote und sieben Festnahmen. Eine Frau sprengte sich nach offiziellen Angaben selbst in die Luft, ein weiterer Terrorverdächtiger wurde getötet. Aber erst jetzt ist auch die wichtigste Frage beantwortet: Auch Abdelhamid Abaaoud war in der gestürmten Wohnung – und er ist der Tote.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, ist die französische Regierung aber von der TAtsache überrascht worden, wie gefährlich Abaaoud tatsächlich ist. „Frankreich wusste vor den Attacken [von Paris am vergangenen Freitag] nicht, dass das terroristische Mastermind sich in Europa aufhält“, sagte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve laut AP.

Abaaoud – sein Alter wird mit 27 oder 28 Jahren angegeben – galt als eine Art unerwarteter Aufsteiger des Dschihad. Er soll nicht nur der Kopf hinter den Pariser Anschlägen sein, sondern auch hinter zwei anderen Terrorplänen stecken, die dieses Jahr in Frankreich vereitelt wurden: die im April gescheiterten Anschläge auf Kirchen nahe Paris und die im August von Passagieren gestoppte Attacke eines schwer bewaffneten Extremisten im Hochgeschwindigkeitszug Thalys nach Paris. Aus US-Kreisen wurde bekannt, dass ihm auch die US-Geheimdienste seit Monaten auf der Spur waren. Sie sahen ihn als Schlüsselfigur einer externen Terrorzelle des Islamischen Staats.

Abaaoud, war wohl auch wiederholt in Deutschland. Die Bundespolizei kontrollierte ihn laut Spiegel Online am 20. Januar 2014 am Flughafen Köln/Bonn, als er von dort nach Istanbul fliegen wollte. Den Beamten erzählte er, er wolle Freunde und Verwandte in der Türkei besuchen und anschließend wieder zurück nach Köln reisen. Doch die Tour zurück erfolgte offenbar dann auf anderen Wegen.

Aus Sicherheitskreisen verlautete zudem, dass sich Abaaoud bereits 2007 einmal in Köln aufgehalten hatte. Er soll seinerzeit bei der Stadt ein Ausfuhrkennzeichen für ein großes Fahrzeug beantragt haben. Die Hintergründe seines damaligen Besuchs sind aber vollkommen unklar. „Wir können uns darauf derzeit keinen Reim machen“, sagt ein Ermittler „Spiegel Online“.

Schon kurz nach den Anschlägen von Paris legten sich die Ermittler fest: Der Belgier soll Drahtzieher der beispiellosen Terrorwelle in der französischen Hauptstadt sein, die am vergangenen Freitag mindestens 129 Menschen das Leben kostete. Experten vermuteten, dass er die Pläne von Syrien aus schmiedete. Doch dann stellte sich heraus: Er war womöglich nur wenige Kilometer von den Orten des Massakers entfernt.

Abaaoud wuchs als Sohn marokkanischer Einwanderer im Brüsseler Viertel Molenbeek-Saint-Jean auf, das inzwischen als Islamistenhochburg angesehen wird. In seiner Kindheit galt er als unbekümmerter Junge, der auf eine angesehene Schule ging, das Collège Saint-Pierre d'Uccle. Doch aus ihm wurde offenbar ein Fanatiker des islamistischen Terrors, der sogar seinen 13-jährigen Bruder für den Krieg in Syrien rekrutiert haben soll. In einem 2014 veröffentlichten Video sagte er: „Mein ganzes Leben habe ich das Blut von Muslimen fließen sehen. Ich bete, dass Allah jenen das Genick bricht, die Ihn ablehnen (...) und dass Er sie ausrotten wird.“

Zu Jahresbeginn geriet der Dschihadist ins Visier der belgischen Ermittler. Sie verdächtigten Abaaoud, die Terrorzelle in der Stadt Verviers mitorganisiert und finanziert zu haben, die am 15. Januar bei einer Razzia ausgehoben wurde. Zwei seiner mutmaßlichen Komplizen wurden damals getötet.

Rekrutierungsbecken für Syrien-Kämpfer
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63 Kommentare zu "Terror in Paris: Islamist Abdelhamid Abaaoud für tot erklärt"

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  • Die Deutschen vertrauen ihrer Kanzelerin:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article149042990/Die-Deutschen-vertrauen-ihrer-Kanzlerin.html
    Genau dass ist, was ich mit manipulativer einseitiger Medienlandschaft meine.
    Wer sind „Die Deutschen“, wer ist damit gemeint?
    So funktiuoniert heute der politische Journalismus in der deutschen Hofberichtserstattungsmedienlandschaft.
    Politik und Medien sitzen im gleichen Boot und werden von den selben Lobbyisten bezahlt oder haben sich von diesen für ein gutes, material abgesichertes Leben bereits kaufen lassen.

  • Schäuble hat gerade diese Woche wieder 4,3 Mrd. € neue Schulden aufgenommen!

  • Im Zuge des Terrors und der Terrorbekämpfung wird die Staatsverschuldungen weiter zunehmen. Und wer ist Staat, wir alle, die durch Steuern und Abgaben diesen fianzieren. Natürlich zahlen wir auch die Renditen und Verzinsung der Kapitalgeber, die den Staaten immer neue Kreditlinien einräumen, solange sie den Anschein erwecken können, weiterhin die möglichen Ausfälle zu sozialisieren.
    Die Kapitalgeber, welche überschuldete Staaten weiterhin finanzieren, werden dadurch immer reicher, während die Umverteilung natürlich aus dem Geldbeutel der Masse hin zum Kapital stattfindet.

  • Was ich auch klipp und klar hier aussprechen möchte ist, dass ich absolut nichts gegen eine hier schutzsuchende syrische Familie mit Kind(ern) habe, dafür bin ich jederzeit bereit Hilfe zu leisten, das steht völlig außer Frage. Aber ich bin nicht bereit, einem 16-30 jährigen jungen männlichem Muslimen, welcher Schlepper bezahlen und sich ein iphone leisten kann, vorher auf seiner „Flucht“ mehrer sichere Staaten durchquerte, Asyl gedchweige denn ein Bleiberecht auf deutschen Boden einzuräumen. Am Ende ist sich jeder selbst der Nächste, sieht man ja aktuell gerade am Zustand der EU, die sich selbst immer weiter entsolidarisiert und zerlegt. Vergessen Sie in diesem Zusammenhang auch nicht die weltweite Staatsschuldenkrise inkl. der Anleihenblase, welche uns ebenfalls noch vor die Füsse fallen wird, was dann? Wenn erst einmal in ca. 10-15 Jahren die Verteilungskämpfe so richtig losgehen werden, wenn die „Babyboomer“ in Rente gehen und dann ernüchtert feststellen, wie wenig sie für 40 Jahre Schufterei an Rente erhalten werden, wie wenig dann die Kunstwährung Euro noch Kaufkraftmässig wert sein wird? Was dann, frage ich Sie? Dazu noch hundertausende junger, perspektivloser, andersgläugiger Araber aus einem nichtkompatiblen Kulturkreis, wie soll das gutgehen?

  • Dem ist nichts mehr hinzu zufügen Herr Tietz. Unsere Sicherheit fängt vorne an unserer Grenze an. Ich spreche hier nicht vom Pfund Kaffee auf der Reise nach Holland etc. Aber die gefährlichen und vor allem die ohne Paß können und müssen dort aussortiert werden. Das ist ja hirnverbrannt erst alles mögliche hier rein zu lassen und dann wieder auszusortieren. Die meisten Flüchtlinge sind ja eh über die sichere Türkei hierein gekommen. So ist das halt als Hilfssheriff des Weltpolizisten USA. Da bekommt man halt seine Befehle.Kein Mensch braucht so etwas. Dieses Geheule der CDU/SPD/Gruene vor etwa zehn Jahren dass wir mehr Verantwortung in der Weltgemeinschaft übernehmen müssen hat mich sofort gestört.

  • ich kenne eine syrische Familie, sorry

  • Dicke Autos und schnell viel Kohle abgreifen, und Frauen vöxxxx.Wenn es sein muss, auch durch kriminelle Handlungen oder durch Drogenverkäufe.
    Die Integration wird nicht funktionieren, weil sich die Zuwanderer nicht integrieren wollen und auch realigionsabhängig nicht integrieren können. Genausowenig wir viele unserer Landsleute eben nicht mit den Zuwanderern im eigenen Land zusammenleben wollen. Da die deutsche Medienlandschaft einseitig berichtet, kommt die tatsächliche Stimmungslage im Land nicht zur Geltung.


  • Hallo Monika Forro,
    ich habe selbst eine syrische Familie, die aus Syrien geflohen ist. Es geht mir um die hunderttausende junger Männer (zum großen Teil viele aus den Balkanstaaten), die z. Teil mit teuren iPhones und Smartphones hier illegal aufschlagen. Viele ihren angeblich ihre Familie zurück (Frau und Kind), um sie dann nachzuholen. Würden Sie so verantwortlungslos handeln und ihre Familie in einem Kriegsgebiet im Stich lassen? Ich würde dies nicht tun, niemals. Anscheinend sind aber Bundesliga und Sozialstaat die treibende Kraft, weniger die eigene Frau und Kind, welche ihrem Schicksal in Syrien und anderwo überlassen werden. Was mir solche Sorgen bereitet sind diese jungen, männlichen Asylsucher ohne reale Zukunftsperspektive. Und noch was Frau Forro, wir haben hier im eigenen Land bereits Millionen von Menschen, die ohne soziale Transferleistungen am Ende wären. Darunter auch viele Deutsche, denen man von Jobcenter und Arbeitgeberseite und der Bundesagentur für Arbeit keine Zukunfts- und Lebensperspektive mehr anbietet (e. Bsp. durch den Jugendwahn in den Unternehmen). Jetzt kommen junge billige Zuwanderer und die bereits sozial Schwachen und Arbeitslosen werden endgültig in ihrer Existenz vernichtet, je wieder irgend eine Möglichkeit auf einen Neustart zu erhalten. Wir haben genug Probleme auf dem Arbeitsmarkt und im sozialen Sektor, wir brauchen nicht noch mehr davon durch die Zuwanderer. Am Ende werden die bevorstehenden Verteilungskämpfe nämlich die Mittel- und Unterschichten des Landes treffen, vor allem das sogenannte „Dienstleistungsprekariat“, die der Oberschicht für wenig Geld die Schxxx vom Axxx wischen. Das hoffen zwar die völlig realitätsfernen Willkommensschreier, aber ein junger Araber wird sich niemals duerhaft einem Oberschichts-Biodeustchen als Lohnsklave unterwerfen. Das geht eine Zeitlang aus möglichen Dankbarkeutsgründen gut, dann kommt es zum Aufstand. Das sind „Checker“, wenn sie verstehen, was ich meine.

  • „Ja, genau darum geht es. Ich glaube aber nicht, dass die Zeit dafür reif ist. Die Menschen werden das nicht mitmachen. Weder die Franzosen, noch die Italiener oder die Osteuropäer. Letztere setzen sich wahrscheinlich dann wieder in Richtung Mütterchen Russland ab.“

    Es ist sicher wie Sie sagen. Nur müssen JETZT die Weichen gestellt werden. Entweder man respektiert das Anderssein grundsätzlich und diskutiert über eine sinnvolle Form wie es gelebt werden kann (unipolare Mischkultur vs. Multipolare Kulturmischung). Das schließt Nationalismus, also die Annahme die jeweils eigene Art wäre allein daseinsberechtigt bzw. absolut überlegen, oder man erkennt, dass die Freiheit/Eigenheit der Franzosen, Araber, Russen, Ukrainer, Deutschen, etc. eben dies zu sein und ihre eigenen Erfahrungen zu machen, sich gegenseitig bedingt und findet auf Basis diesen Respekts ein Modus des Zusammenlebens. Oder das Imperium wird mit Verweis auf Mord und Totschlag und den Kampf der Kulturen im „Interesse der Sicherheit“ von uns allen die große von Eliten verordnete „Eintracht“ im postnationalstaatlichen also auch postdemokratischen Zeitalter ausrufen.

  • Ya mudir Yoski, ich fand an Ihrem beitrag nichts Verwerfliches, warum wurde dieser gesperrt? Dann wird meiner bald auch gesperrt sein ... Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie nicht in Deutschland weilen?

    Ein Bier auf die Völkerverständigung, und wir treffen uns nächstes Jahr auf dem Oktoberfest in Riad, bei einem Weißbier und a Haxn.

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